erzieherin Die Fachhomepage fuer Erzieherinnen
Seite ausdruckendrucken
Logo
Startseite
Service
Arbeitsfelder
 
* Tageseinrich-
tungen f. Kinder
* Hilfen zur
Erziehung
* Jugend- und Hortarbeit
* Heil- u. Sonder-
pädagogik
* Sonstige
Arbeitsfelder
Berufsbildung
Themen
Medien
Fachberatung
Diskussion



erzieherin-online wird unterstützt von:

Unser Sponsor...
hier werben?

diese Rubrik betreut:
Gerd Detering  


Alle Top-Levels:
Valid HTML 4.01!
Fehler gefunden?
Bitte Nachricht senden...

-
Hier sind Sie:
> Startseite | Arbeitsfelder | Heil- und Sonderpädagogik | Systemisch-ökologische Heilpädagogik
-

Mittwoch, 20. Juni 2018

Systemisch-ökologische Heilpädagogik

Ökologie der Entwicklung

Ökologie im heilpädagogischen, sozialwissenschaftlichen Sinne meint:

a) die Gesamtheit der potentiellen und rezipierten (fremdes Kulturgut aufnehmen und übernehmen) Umweltbedingungen eines Individuums, sowie

b) die Transaktion zwischen dem Individuum und seiner Umwelt (Wechselwirkung Mensch und Umwelt)

Anlage-/Umwelt-Diskussion

Die Anlage (des Menschen, genetisch) und die Umwelt interagieren.

ökologische Sozialisationsforschung

Die ökologische Sozialisationstheorie beschäftigt sich mit der Frage, durch welche Prozesse der Mensch zu einem gesellschaftlichen Subjekt wird. Dabei geht sie davon aus, daß sich menschliche Entwicklung stets in Wechselwirkung zwischen Individuum und Umwelt vollzieht, daß der Mensch in und mit seiner räumlichen und sozialen Umwelt interagiert, in seiner Entwicklung von ihr beeinflußt wird und zugleich auf sie zurückwirkt.

Konzept von Uexküll (Umgebung - Umwelt - Innenwelt):

nach oben
-

der Begriff der Transaktion in der ökologischen Heilpädagogik

Haeckel: "Es geht um die Analyse der Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt sowie um eine Beschreibung von sozialisationsrelevanten Umwelten. Dabei werden nicht nur räumliche und materielle Gegebenheiten wie die Wohnung, die Stadt, die Landschaft klassizifiert, sondern auch soziale Verhältnisse und Aspekte verstanden."

Dippelhofer-Stiem: "Transaktionale Modelle gehen insoweit darüber hinaus, als das sie alle Elemente einer Ganzheit - also Kontext, Zeit und prozeßhaftes Geschehen - als untrennbar miteinander verknüpft annehmen und die Dynamik des Gesamtgeschehens in der Zeit zum Untersuchungsgegenstand machen..."

Mehrebenenmodelle nach Bronfenbrenner und Geulen/Hurrelmann

Þ  Mikrosystem: das System in dem das Individuum lebt (z.B. Familie)

Þ  Mesosystem: Lebensbereich in denen das Individuum selbst beteiligt ist (z.B. Schule)

Þ  Exosystem: am Exosystem ist das Individuum nicht mehr selbst beteiligt, aber seine Auswirkungen beeinflussen die Entwicklung des Individuums (z.B. Arbeitsplatz der Eltern)

Þ  Makrosystem: Überbau, Gesellschaftssystem (diese Ordnung bestimmt alle Systeme mit)

Adaptationsstrategien

White: "Unter Adaptation im weitesten Sinne wird die Fähigkeit des Organismus verstanden, sich seiner Umwelt anzupassen und auf sie zu reagieren." Es werden drei Adaptationsstrategien unterschieden:

Þ  Defense (Abwehr)

Þ  Mastery (Beherrschen)

Þ  Coping (Bewältigen)

Coping-Strategien

Haupttypen des Coping-Verhaltens:

Þ  Bewertungsorientiertes Coping (bezieht sich auf den Prozeß): - logische Analyse und geistige Vorbereitung, - kognitive Neudefinition, - kognitives Vermeiden oder Verleugnen

Þ  Problemorientiertes Coping (versucht die Quelle von Konflikten zu modifizieren): - Bemühungen um Informationen und Hilfe, - Problemlösendes Handeln, - Streben nach neuen Aufgaben

Þ  Emotionsorientiertes Coping (versucht eine krisenhafte Zuspitzung stimulierter Emotionen im Zaum zu halten): - affektive Steuerung, - emotionales Ausleben, - resigniertes Akzeptieren.

Coping-Modell nach Lazarus: das Bemühen des Individuums um Problemlösung, wenn die Anforderungen, denen es sich gegenüber sieht sein Wohlbefinden beeinflussen und seine adaptiven Potentiale herausfordern. Dabei versucht das Individuum vorab abzuschätzen, welche Anstrengungen und Ergebnisse mit dem Bewältigen der Situation verbunden sind. Dieser kognitive Vorgang (appraisal) umfaßt mehrere Stufen:

Þ  primary appraisal (Einschätzung der Situation)

Þ  secondary appraisal (Einschätzung der Möglichkeiten, Alternativen)

Þ  reappraisal (die ursprüngliche Wahrnehmung wird verändert und zwar aufgrund der Ergebnisse des bisherigen Handelns, neuer Reize oder neuer interner und externer Bedingungen)

Ego-Processing

Haan: Ego-Prozesse sind jene Strategien, die Menschen anwenden, um die bedeutsamen wie die trivialen Probleme des Lebens zu meistern. Es werden drei Modi unterschieden, die nach einer "Hierarchie der Nützlichkeit" geordnet werden.

Coping: Zweckgerichtet auf die Wirklichkeit ("... what people prefer to do when they can")

Defensivness: rigide und verneinend

Fragmentation: stark eingeschränkte, gebrochene Realitätserfahrung

nach oben
-

Welches der drei adaptiven Potentiale zum Tragen kommt, ist abhängig von der Balance zwischen Assimilation und Akkommodation.

nach oben
-

Grundbegriffe der ökologischen Theorien in der Sozialwissenschaft

Die Paradigma-Entwicklung in der Heilpädagogik:

Þ  das medizinische Paradigma: die individuelle Schädigung determiniert

Þ  das schulbezogene Paradigma: die Schule (Institution) determiniert

Þ  das verhaltenstheoretische Paradigma: die Konditionen determinieren

Þ  das gesellschaftstheoretische Paradigma: die Gesellschaft determiniert

Alle diese Paradigmen können als unzulänglich bezeichnet werden.

Das Ganzheitsprinzip

wissenschaftstheoretischer Ansatz. Für die Pädagogik ist das Ganzheitsprinzip nichts Neues - Bildung ist bei aller Bedeutung der Ausbildung von Teilfertigkeiten auf den Bezug auf Lebensganzheiten, auf Sinn für den Menschen, angewiesen, wenn sie für das Handeln im Lebenszusammenhang, in der Wirklichkeit, von Bedeutung sein soll.

nach oben
-

die Ökologie der menschlichen Entwicklung

entwicklungspsychologischer Ansatz. Bronfenbrenner: "... daß die Entwicklung des Kindes nicht einfach von den gegebenen internen und externen Faktoren bewirkt wird, sondern aus einer ganz individuellen aktiven Auseinandersetzung mit der Umwelt hervorgeht. Das Kind eignet sich nicht einfach die Welt als eine ‘objektive’ Realität an, sondern es schafft sich seine eigene Welt." Die Entwicklung des Kindes wird also verstanden als die "wachsende Fähigkeit, die Eigenschaften seiner Umwelt zu entdecken, zu erhalten oder zu verändern."

Die Familie als System

Die Gesellschaft als soziales System

Lebende Wesen als soziale Systeme

biologischer Ansatz (Maturana/Varela): die Grunderkenntnis ist die, daß der Mensch wie jedes andere Lebewesen eine autonome Einheit darstellt. Er ist von Natur aus darauf angelegt und fähig, sich selbst zu organisieren, zu verwirklichen und zu spezifizieren. Den Mechanismus, der dies bewirkt = Autopoisie.

Die Bedeutung ökologischer Theorieansätze für die Heilpädagogik

Der Grundgedanke ist einerseits

  • alle Einzeltatsachen in einer ständigen Wechselwirkung miteinander stehen

andererseits

  • daß der Mensch mehr ist als die Summe seiner Teile

Der Begriff 'ökologisch' ist als Gesamt- und Achsenbegriff zu verstehen:

Gerd Detering

 
-
Adresse: http://www.erzieherin-online.de/arbeitsfelder/hs/systemischhp.php
Letzte inhaltliche Änderung: 24.02.2010

-
© Copyright 1999-2018 bei erzieherin-online - Impressum