Sitzhaltung- Stifthaltung

Alles rund um den Kindergarten/die Kindertagesstätte

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Sitzhaltung- Stifthaltung

Beitragvon Kleine » 15.11.2008 23:17

Hallo Ihr,
hätte gerne mal ein paar Meinungen zu folgendem Problem:
Ich habe meine Arbeitstelle gewechselt und in der neuen Kita war letztens die
Leiterin mit bei mir in der Gruppe, um zu schauen wie ich so arbeite.
Die Kinder durften an diesem Tag unter anderem Mandalas zu unserem Thema gestalten. Meine Chefin korrigierte dann von einigen Kindern die Stifthaltung und dann auch noch die Sitzhaltung. Ich kenne das so nicht, so mal es sich teilweise um 4 Jährige handelte. Eigentlich steht für mich immer die Freude am Tun im Vordergrund. Ich hab da so meine bedenken das die Kinder noch Freude am Malen haben, wenn so an Ihnen rumgemäkelt wird. Bei direkter Vorschulbildung würde ich es ja noch verstehen, aber so?? Kennt jemand Fachbeiträge zu dem Thema „ richtiges“ Sitzen im Kindergarten? Hab nur etwas für die Schule gefunden und da geht der Trend ja auch eher in Richtung bewegtes Sitzen.
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Beitragvon MadameMimm » 16.11.2008 14:13

Hallo Kleine,

schwieriges Thema, das bestimmt kontroverse Meinungen bringt...

Ich gebe dir recht, dass die Freude am Tun im Vordergrund steht, aber trotzdem sollte man doch schon auch auf richtige Stifthaltung und angemessenes Sitzen achten. Letzteres dient ja auch der Konzentrationsfähigkeit, wenn der Körper nicht verkrampft. Die Frage ist eben nur, ob sich da nicht andere Aktionen anbieten, bei denen du gezielt Übungen z.B. zur Körperspannung mit den Kindern machst.

Ich würde deine Chefin darauf ansprechen, welches deine Zielsetzung in diesem Fall war, und dass dir der Umstand mit der Stifthaltung und der Sitzhaltung durchaus bewußt ist, du aber bei anderen Aktionen gezielt damit arbeiten wirst. Ich denke, das ist bestimmt auch für sie verständlich.
Herzliche Grüße, Tanja



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Beitragvon Teddybär » 16.11.2008 15:08

Ich achte auch auf eine gute Haltung und " korigiere ebenfalls die Stifthaltung,aber spielisch und ohne erhobenen Zeigefinger. Fehler schleichen sich schnell ein,sind aber sehr schwer wieder "abzustellen".
Bei mir können die Kinder beim spielen und bauen so sitzen,wie sie mögen,beim basteln,gestalten und malen achte ich darauf,denn ein verkrampfter Körper bringt nicht unbedingt gute Ergebnisse.
um aufstehen zu können, muss man mindestens einmal hingefallen sein
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Beitragvon Fleur » 11.01.2009 19:07

Ich achte auch darauf, es kommt natürlich auf das Alter der Kinder an, in welchem Maße, aber ich finde der Spruch, was Hänschen nicht lernt... usw. hat da absolut Gewicht.
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Stifthaltung

Beitragvon JennyMS » 13.01.2009 20:32

Also ich kann aus Eigenerfahrung sprechen, denn ich bin Beithänderin: zu viel Korregtur verdirbt den Spaß eindeutig. Bei mir ist es damals im Kindergarten sogar geschafft worden, dass ich mich bis heute nicht mehr traue vor anderen zu schreiben. Das Selbe konnte ich übrigens gut bei einem Mädchen aus unserer Gruppe beobachten: nachdem sie wiederholt korrigiert wurde, meidete sie es mit der Person in einem Raum zu sein, wenn sie malte. Ich finde für soetwas sind Fachleute zuständig die dann auch richtig aufbauen.
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Beitragvon springmaus » 19.02.2009 01:27

Hallo,

ich nehme an es handelt sich um Sitzen auf dem Stuhl.

Kinder unter acht sollten nicht zu lange und zu oft auf Stülen sitzen, da dies zu Haltungsschäden führt. Kindgerechter ist das Arbeiten am Boden. Hier können sich die Kinder frei bewegen und sebstkorrigierende Haltungen einnehmen.

Eine Korrektur der Sitzhaltung am Stuhl, wie auch die meinsten anderen Korrekturen durch Erwachsene in dem Alter sollte generell unterlassen werden.

Korrektur bedeutet, auch wenn diese nett formuliert wird, dass die korrigierte Person etwas falsch gemacht hat.

Kinder werden Ihre Sitzhaltung bei Unbehagen selbst korrigieren, sie müssen Gelegenheiten zum experimentieren und ausprobieren nutzen dürfen. Korrektur schaft hier nur Unsicherheiten und Ängste bei den Kindern.

Zur Stifthaltung empfehle ich Löffelübungen nach Maria Montessori.

Zwei gleiche Schälchen, das linke gefüllt mit kleinen Perlen auf einem passenden kleinen Tablett.
Das Kind löffelt mit der Hand, die das Kind dafür nehmen möchte, von dem linken Schälchen in das rechte Schälchen (dies ist auch gleich eine Vorübung für die Schreibrichtung von links nach rechts.). Die Hand hält den Löffel (in für die Kinderhand passender Größe) fest in der Hand (feste Hand). Das Handgelenk ist locker um die Bewegung auszuführen.
Wenn das Schälchen leer ist, wird das Tablett gedreht, so dass das gefüllte Schälchen wieder links steht.

Bei der Einführung ohne zu Erklären das ganze mehrmals in Folge vorführen, und ganz wichtig, das Kind beim Ausführen der Übung nicht korrigieren!! Das Kind experimentiert und probiert aus. Das ist das gute Recht des Kindes. Je öfter ein Kind sieht wie eine Erwachsene es vormacht, um so genauer wird es die Übung nachmachen. Ausprobieren, ob es anders auch geht, muss gestattet werden.

lg Springmaus
"Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen."
K. Tucholsky
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