Offene Gruppen Kita

Alles rund um den Kindergarten/die Kindertagesstätte

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Offene Gruppen Kita

Beitragvon lilatilla » 10.07.2009 16:55

Hallole KollegInnen,

wir wollen ab September unsere Gruppen nun ganz öffnen.

Nun kommen natürlich bei der Planung viele Fragen auf.

Wer von Euch hat schon Erfahrung damit?
Was muss beachtet werden?
Was sind typische Stolperfallen?
In wie weit hattet Ihr bei der Umsetzung die Eltern im Boot?
Gibt es bei Euch auch weiterhin Stammgruppen, wenn ja, in welchen Maße?
Was ist mit den Bezugserzieherinnen? Wie habt Ihr diesen schwierigen Punkt gelöst?

Es wäre toll, wenn ich recht viele Antworten bekommen würde!!! , denn wir hängen in der Planung im Moment so richtig fest!

Liebe Grüße lilatilla
lilatilla
 
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Beitragvon anjaester » 12.07.2009 05:18

Hallo,

ich habe das in einem Kindergarten - in dem ich nicht selber gearbeitet habe - erlebt und es hat super funktioniert. Bis die Leitung wechselte und die hat sich nicht damit auseinander gesetzt und die Kinde schön spielen lassen. Ich schreibe dir mal auf, wie es vorher war.

Vormittags konnten die Kinder bis halb zehn gebracht werden. Das war recht spät, lag aber am Einzugsgebiet. Die Mehrheit der Kinder kam zwischen 8 und 9 Uhr, geöffnet war ab 7 Uhr.

Bis 10 Uhr standen den Kindern sämtliche Räume, in denen mindestens eine Erzieherin war, zur Verfügung:
1. Gruppe - Konstruktionsbereich, Bauklötze, Tischspiele, Lego, Eisenbahn usw.
2. Gruppe: kreativer Bereich, Arbeiten mit wertfreien Materialien, Werkbank, Basteltisch mit ständig wechselnden Angeboten usw.
3. Gruppe: Rollenspielbereich, Verkleidungen, alle möglichen Alltagsgegenstände, Handpuppen usw.,
Frühstücksbereich,
Turnhalle als freier Bewegungsbereich
bei fast jedem Wetter auch draußen die Möglichkeit zum Spielen

Gegen 10 Uhr ist dann ein Kind mit einem Gong durch den Kindergarten gegangen und hat durch den akustischen Laut klargemacht, dass das reie Spiel beendet ist. Es folgte eine Einheit in den Stammgruppen, ca. 15 Minuten, in denen alle die Möglichkeit hatten etwas zu erzählen, das sie bewegte, einen Geburtstag zu feiern, usw. In dieser Zeit wurde auch vorgestellt, was es anschließen für Angeboten geben würde. Mindestens 4 Angebote standen jeden Tag zur Verfügung. Das konnte etwas zwischen Buch vorlesen, im Planschbecken planschen, Puppenspiel, Kneten, Turnen usw. sein.

Das war dann gegen 11 - 11.30 Uhr beendet und es schloss sich wieder das Freie Spiel an.

Zwischen 12 -12 .30 wurden die meisten Kinder abgeholt, die Tageskinder blieben in der Einrichtung. Um halb zwei konnten an den Nachmittagen die Kinder wieder gebracht werden. Es gab unterschiedlichen Angebote, die immer mindestens ein halbes Jahr liefen:
- Kochen und Backen
- Kreativwerkstatt
- rhythmysches Tanzen
- Vorlesenachmittag
- Fantasiereisen
- Sport
- Musik
- Schulkindernachmittag

Jeden Morgen fand eine kurze Besprechung statt.

Jetzt zu deinen Fragen:
Beachtet werden muss eine supergute Planung, Beobachtung und Hilfe für die Kinder, damit nicht zum Beispiel ein Kind ein halbes Jahr in der Turnhalle verbringt.

Typische Stolperfallen sind es, die Kinder sich selbst zu überlassen. Die Vorbereitung muss viel geplanter und exakter sein, als bei einer kleinen Gruppe. Alle Kinder müssen allen Erzieherinnen bekannt sein. Außerdem ist es wichtig, dass die Anwesenheit einer Erzieherin den Kindern präsent ist - es darf in der Bauecke nicht zum fröhlichen Köpfeeinhauen mit Bauklötzen ausarten.

Alle Eltern werden nie von Anfang an begeistert sein. Darum ist ein guter Kontakt zu den Eltern wichtig. Ladet die Eltern (gerade die Skeptiker ein) und bittet diese zum Beispiel auch ein Angebot am Vormittag zu übernehmen.

In den Stammgruppen hingen die Jacken der Kinder und waren die Fächer. Allerdings fand nur die gemeinsame Runde in den Stammgruppen statt. Geburtstage wurden auch dort gefeiert - allerdings durften dazu auch Kinder aus anderen Gruppen eingeladen werden.

Gerade für die Kleineren waren die Erzieherinnen in der Stammgruppe die wichtigen, das legte sich jedoch nach einiger Zeit und die Kinder ahtten zu allen einen guten Kontakt.

Viel Spaß und viel Erfolg mit eurem neuen Konzept!
man hört nie auf zu lernen
anjaester
 
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Beitragvon lilatilla » 13.07.2009 16:54

Hallo Anja,

was für eine auführlcihe Antwort!!

Vielen Dank, das ist nun wirklich eine konkrete Auskunft, die mich
in vielen Dingen bestärkt und anspornt!

Ich denk, offene Gruppen sind eine große große Bereicherung
für die Kinder, Eltern und natürlich auch Erzieherinnen.

Aber es muss,wie Du auch sagst, sorgältig vorbereitet und gut duchdacht sein.
Ich glaub auch, dass jedes Team für jede Einrichtung ihr "eigenes Konzept"
dazu austüfteln muss... :lol: denn jede Kita hat ja einen anderen "Ausgangspunkt"
und da kann nicht irgend ein Konzept übergestülpt werden!!

Nochmals vielen Dank
Grüßle lilatilla
lilatilla
 
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