Männliche Erzieher in Kindertagesstätten

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Männliche Erzieher in Kindertagesstätten

Beitragvon huerni » 23.12.2009 15:09

Hallo,

ich arbeite seit über 7 Jahren als Erzieher in einer Kindertagesstätte. Mein Wunsch ist es, mich mit anderen Erziehern auszutauschen über den Alltag in der Kita, über Vorurteile, Vorteile und vieles mehr. Also wer darauf Lust hat einfach bei mir melden.

Ich wünsche allen KollegenInnen ein frohes Fest und einen guten Start ins neue Jahr!
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Beitragvon PanTau » 17.01.2010 10:46

Hallo huerni,

ich drücke dir die Daumen hier jemanden zu finden, mit dem du dich drüber austauschen kannst. Aus der Presse weiß ich zwar, Männer arbeiten in Kitas, aber persönlich kenne ich keinen. Meiner Erfahrung nach wollen diese lieber ins Heim oder in die Jugendarbeit. Soviel kann ich dir aber berichten selbst erlebt zu haben, Eltern stehen dieser Möglichkeit offen gegenüber, einen männlichen Erzieher in der Kita für ihr Kind zu haben. Bei den Einrichtungen und Trägern kommt mir das nicht so vor. Vorgesetzte männlichen Geschlechts wirken wenigstens noch interessiert in Bewerbungsgesprächen. Die Frauen weniger, fühlen sich vielleicht bedroht. Keine Ahnung. Zwischen den Zeilen kommt manchmal schon zum Ausdruck, Männer bringens nicht. Ich muß allerdings dazu sagen, Erfahrungen mit Jugendlichen in der Berufsausbildung und behinderten Erwachsenen zu haben, nicht aber mit Vorschulkindern. So kann ich Zweifel schon irgendwie verstehen.
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Beitragvon eon_tobias » 08.02.2010 22:37

hallo!
ich arbeite im kindergarten und kenne auch ncoh den ein oder anderen, der das ebenfalls tut. gerne kannst dud ich bei mir ja mal melden.
liebe grüße
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Beitragvon peggyhundschwarz » 27.02.2010 21:16

Ich arbeite jetzt seit 4,5 Monaten mit einem Erzieher in einer Kita Gruppe. Letztens hatten wir ein Gespräch. Er hat seiner Meinung nach immer noch nicht Fuß gefaßt. "Wie lange soll ich denn noch seine Eingewöhnung akzeptieren?" Ich merke schon sehr große Unterschiede zwischen Frau und Mann. Es fängt mit der Aufsicht bestimmter Kinder an, an Dinge denken die zu machen sind oder das Aufräumen. Die Selbständigkeit mal etwas zu machen. Egal was,( z.B. Das er auch nach dem Essen direkt in den Waschraum oder mit den Kindern nach dem Waschen direkt in den Flur geht o.a.) ist kaum zu erwarten. Immer wieder muß ich alles selber entscheiden was gemacht wird. Allerdings muß ich sagen, er ist ein ganz lieber und netter Kollege. Das sehen auch die anderen im Team. Aber die Gruppenarbeit...
Ich bin auch der Meinung, dass es bestimmt Unterschiede gibt. Jugendarbeit oder Erwachsenenarbeit ist doch eher sein Gebiet.
LG
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Beitragvon eon_tobias » 28.02.2010 11:41

hallo peggy!
es wäre fatal hier die furche zu schlagen und zu sagen männer sind für jugend- oder erwachsenenbildung besser geeignet. dass bestimmte bereiche bearbeitet werden müssen ist tatsache und wäre auch in den anderen arbeitsbereichen notwendig...
vielleicht hats dein kollege wirklich schwerer, vielleicht auch weil er seine sonderrolle nciht genügend refelktiert und sich definiert über das fehlen bestimmter frauentypischer eigenschaften. aber da ist es wie bei den kindern: männlich sollte man nciht definieren über das nicht-frau-sein.

vielleicht tut auch er persönlich sich auch wirklich schwerer mit der arbeit im kiga, das kann man so nicht sagen. ich zumindest kriege oft rückmeldung dass meine kolleginnen froh sind mit einem mann zu arbeiten und bei der ein oder anderen kollegin hat die arbeit mit einem mann den ausschlag gegeben bei mir in der einrichtung zu arbeiten weil sie sagen, das arbeiten ist angenehmer.

schlag ihm doch vor sich mal mit "gleichgesinnen" in verbdingun zu setzen..

lg
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Beitragvon justine » 28.02.2010 13:39

eon_tobias hat geschrieben:aber da ist es wie bei den kindern: männlich sollte man nciht definieren über das nicht-frau-sein.

Danke für den Satz, Tobi!!! :D

Ansonsten wird schnell über das Geschlecht begründet, wieso ein Mann (nach der pesönlichen Auffassung!) nicht für den jew. Bereich geeignet ist.
Aber auch manche Frauen sind beispielsweise eben nicht für den Kiga geeignet. Und? Liegt es da dann plötzlich nicht mehr am Geschlecht? :twisted: Welche Logik soll das sein?

Außerdem wer sagst, dass deine Maßstäbe bzw. die der Frauen die Richtigen sind?
Vielleicht würde ihm/dem Mann mehr Struktur guttun, während du/manche Frauen etwas loslassen müsstest/müssten. Damit könntet man sich in der Mitte treffen...
Nur mal so dahin fantasiert...
Liebe Grüße,
Justine
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Beitragvon PanTau » 05.06.2010 11:47

Noch was von mir. Kurz nach meinem letzten Beitrag hier, habe ich eine befristete TZ-Stelle angeboten bekommen. Einfach um mich auszuprobieren und ohne wirklich Hoffnung zu haben eingestellt zu werden, habe ich mich beworben. Jedenfalls bin ich genommen worden, es war gerade die ersten Wochen eine harte Zeit. Erst die ganzen neuen Namen, dann welche Eltern zu welchen Kind gehören, natürlich auch welche Anziehsachen zu wem. Dazu zweimal eine Erkältung gratis mitbekommen. Nach Ende der Probezeit (3 Mon. wegen der Befristung) die erste Stundenhochsetzung und inzwischen sehe ich dem Ende des Arbeitsvertrages entgegen. Die Leiterin hat mich gefragt ob ich bleiben möchte, und ich denke zu 99% wohl ja zu sagen. Ich bin mir nicht jeden Tag sicher gewesen von den Kolleginnen angenommen zu werden. Doch über mangelnde Unterstützung kann ich nicht klagen. Inzwischen komme ich recht gut zurecht.
Ich meine es liegt dann oft am Team, wie weit ein Mann integriert wird. Klar ist die Arbeit mit 2jährigen anders als mit Jugendlichen. Doch allgemein zu sagen Männer sind für das eine besser geeignet und Frauen für den anderen Berufszweig, ist zu kurz gegriffen. Das nur 4% des pädagogischen Kita-Personal Männer sind, will die Politik nun ändern. Die Träger und deren Mitarbeiterinnen sind dabei, nach meiner Meinung, ganz besonders gefragt.
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Beitragvon eon_tobias » 06.06.2010 11:19

es freut mich, dass du dich in dieser einrichtung nun gut zurecht findest.
hast du interesse daran anderen "leidensgenossen" weiterzuhelfen?
4% sind eh schon ziemlich viel, ausgebildet wurden bei uns bisher nur ca 2,5%...
hast du mir denn eine quelle, der ich die ernsthafte absicht der politiker entnehmen könnte? habe in letzter zeit einige zeitungsartikel gelesen, aber auch ncoh cniths fundiertes...
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Beitragvon PanTau » 26.06.2010 08:47

Hallo,
meine Quelle geht von 437.000 ErzieherInnen aus, davon 18600 Männer. Allerdings zugegeben, die Überschrift sprach zwar von Männern in Kindergärten, aber es können auch andere Bereiche mitgezählt worden sein. Ausserdem falls man davon ausgeht, nicht alle Frauen finden Arbeit bzw. gehen in diesen Beruf. Werden aus 2,5 ganz schnell 4% Männer in Kitas. Abweichungen von 1,5% sind bei Umfragen ja normal. :-) Ob beide Zahlen stimmen weiß keiner.
Die Tageszeitung kam kurz nach meiner Einstellung für ein Foto und einige Fragen vorbei. Im Artikel stand dann, es ist nicht bekannt wieviele Männer im Landkreis in Kitas als Erzieher arbeiten. So wird es wohl fast überall in Wahrheit sein. Die Stadt Hof soll übrigens einen Männeranteil von 15% vorweisen können.
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Beitragvon eon_tobias » 02.07.2010 20:57

hallo zusammen!
war heute auf einer rahmenkonferenz zur bedarfsplanung der stadt augsburg.

als es um die herausforderungen der aktuellen zeit ging wurde neben ca 60 anderen punkten als chance "männer in den KIGA" genannt.
bei der nachfolgenden priorisierung (mit klebepunkten) wurde klar, dass das auch bei uns in augsburg momentan großes thema ist.
ich glaube um die 30 stimmen vergaben einen ihrer beidenchancen-klebe-punkte für dieses thema.

die zeit ist also reif, dass dies endlich auch von den fachkräften in die politik getragen wird :)

lg
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Beitragvon bibi dumon takk » 30.07.2010 00:25

Hallo ,
ich arbeite seit ca 10 Jahren in Kitas und Kindergärten. Ehrlich gesagt kann ich diesen Satz " Wir brauchen mehr männliche Erzieher in Kindergärten " nicht mehr hören. Als Erzieher zu arbeiten ist nämlich gar nicht so wundervoll wie es für manche immer erscheint. Den Job mag ich , die Arbeit mit den kindern liebe ich und das war es dann auch schon fast.
Als Mann wenig zu verdienen ist gesellschaftlich immer noch schlecht angesehen, egal ob man was sinnvolles macht oder nicht. Sätze wie " oh endlich spielt mal einer Fußball mit den kindern " hängen mir zum Hals raus. Bei jeder körperlich intensiven Arbeit ( Waschbecken reparieren, Wickelkommode kleben, Gartenarbeit usw wird man als erster gefragt.
Mit jetzt 35 Jahren muss ich einsehen, daß ich mich damals mit meinem Gedanken etwas sinnvolles zu tun, doch für das Studium hätte entscheiden sollen. Ich kann selber von dem Gehalt gut leben, aber eine Familie bzw die Ernährung einer Familie ist damit denkbar schwer.
Als Mann ist man immer ein Unikat, etwas besonderes und vielleicht können sich manche Erzieherinnen das nicht vorstellen, aber auch das kann zur Bürde werden. Merken nämlich die lieben Kolleginnen das da jetzt einer ziemlich viel Aufmerksamkeit bekommt, so bekommt man irgendwann diesen Unmut zu spüren. Ich würde mich freuen wenn es einfach normal wäre das Männer auch in diesen Berufen arbeiten, somit verliert man diese Unikatsstellung und man kann einfach nur in Ruhe seine Arbeit verrichten.
"Wann sollte ein Kind laufen und sprechen? Dann, wenn es läuft und spricht. Wann sollten die Zähnchen durchbrechen? Eben dann, wenn sie sich zeigen. Auch die Fontanelle sollte dann zuwachsen, wenn sie sich eben von selbst schliesst. Und das Kind sollte so lange schlafen, bis es ausgeschlafen ist." J Korczak
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Beitragvon dave1 » 01.08.2010 08:30

Hallo

Was "bibi dumon takk" hier schreibt, sind auch meine Erfahrung aus der siebenjährigen Kitaarbeit.
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Beitragvon eon_tobias » 01.08.2010 10:57

und gerade deswegen ist bes wichtig mehr männer in bildende berufe zu kriegen...
mit 30-50 % männerbeteiligung in unserer kita ist das arbeiten als mann nichts besonderes mehr (höchstens bei neuen eltern, die das rühmend erwähnen)
ich fühle mich da doch sehr wohl.
dass finanziell was getan werden muss ist natürlich nichts neues.
lg
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ich jetzt auch :-)

Beitragvon thblk » 07.08.2010 07:38

Hallo Huerni,

vielleicht erinnerst du dich an meine eMail Anfrage zum Thema Männer im KiGa. Nun arbeite ich seit einer Woche in einer Kita und bin von den Mitarbeiterinnen gut aufgenommen worden. Gleich vom ersten Tag an wurde ich voll einbezogen und lief erstmal alle Gruppen durch von groß bis ganz klein. Bin mit meinem Start sehr zufrieden.

Gruß Thomas
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Beitragvon Twepu1 » 20.08.2010 13:31

Sehr interessante Beiträge!

Wenn ich an meine letzten 2 Arbeitsstellen in Kitas denke.. :cry:

Habe vorhin gelesen das etwa 3,6 % männliche Erzieher in Kitas arbeiten. Die meisten davon wechseln nach einiger Zeit von den Kitas in andere Einrichtungen!
Kann ich verstehen. Erst habe ich eine Leitung gehabt die mich und auch andere rausgeelt hatte und dann Arbeitskolleginnen die mehr gelästert und rumgezickt hatten als sonstwas! Neid, Eifersucht und Missgunst imbegriffen! Ich bin erhlich! Ich persönlich würde 10 mal überlegen nochmals in einem Kindergarten zu arbeiten. Ich liebe es mit Kindern zu arbeiten, aber man hat mir den Spass geraubt. Man hat eh genügend Stress in den Gruppen und solches Verhalten belastet nur einen.

. Überall in meiner Umgebung höre ich..dort ist die Leitung schlecht und hier wird man gemobbt. Statistisch gesehen ist der Beruf der Erzieher/innen nach Krankenpfleger der 2 meiste Beruf wo Mobbing Alltag ist. Leider! Ich habe es auch erfahren müssen und ich verstehe als solches nicht!

Möchte auch damit nicht sagen, das es überall so mies ist und laufen muss wie bei mir und es gibt garantiert super charackerliche Frauen gar keine frage

Vieleicht wird man als Superhelden in ´der Einrichtung gesehen der Ämter übernimmt die die wenigsten Frauen machen wollen! (Davon abgesehen habe ich auch etliche Bastel-Gartenangebote gemacht) Oder man ist der Hahn im Korb! Nur will ich nicht so behandelt werden, sondern wie alle anderen auch!
Ich möchte nur in ruhe und als Teammitglied arbeiten und das beste geben.

Sorry , aber bin beruflich sehr entäuscht!!

LG Twepu1
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