kinderfreundlich oder kundenfreundlich

Alles rund um den Kindergarten/die Kindertagesstätte

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kinderfreundlich oder kundenfreundlich

Beitragvon claudia » 19.09.2003 17:28

hallo
heute morgen las ich in der hiesigen presse einen beitrag, der mich tief "berührt" hat!

westfälische nachrichten 19.9.03

"neues angebot für eltern - einkaufen ohne kinder"

"es wäre doch schön, wenn eltern gemeinsam die möglichkeit hätten, einmal ohne kinder in ruhe einzukaufen"
ein wunsch, im rahmen des stadtmarketings häufig vorgetragen.
jetzt startet erstmals das projekt "kinderbetreuung am samstag"
gewerbeverein der stadt ahaus und jugendamt bieten eltern von kindern im alter von 3-7 jahren an, ihre kinder im städtischen kindergarten XYZ von 10.30 uhr - 13.00 uhr und von 14.00 uhr - 16.00 uhr betreuen zu lassen.
die "pädagogische federführung" übernimt das ja ahaus. es werden erzieherinnen aus zwei unterschiedlichen einrichtungen der stadt eingesetzt.
betont wird vom ja, dieser einsatz geschehe auf "freiwilliger basis!" es werden keine kräfte "abkommandiert".
die finanzierung der erzieherinnen wird überwiegend vom gewerbeverein vorgenommen, eltern zahlen zwei euro pro kind.
jetzt wird bis weihnachten samstäglich eine kinderbetreuung zur verfügung stehen, sollten betreuungszeiten nicht elternfreundlich genug sein, werden sie dem bedarf angepasst.
einem langgehegtem wunsch der in stadtmarketinggesprächen immer wieder vortgetragen wurde, wurde somit folge geleistet...


ich hab soooo nen hals!!!! :evil:
wie geht es euch damit?
lieben gruß claudia

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Beitragvon MarTina » 22.09.2003 19:38

Völlig abstrus. Bin selber Mutter, meine ist zwar inzwischen 12, aber war sie ja auch nicht immer. Ich fand die ehrlich gesagt nicht so belastend das die zum Einkaufen weg mußte...
Und das das keine vernünftige Unterbringungsform ist, versteht sich wohl von selbst. Zusammengewürfelte Kinder die weder sich noch die Erzieherinnen kennen... hätt ich meine Tochter nie abgegeben da.
Und für mich als Erzieherin völlig undenkbar, dort zu arbeiten.

Vielleicht sollten wir mal unsere Gesellschaft überdenken, wenn das Kind als Störfaktor gesehen wird, das verwahrt werden muß - na gute Nacht.
MarTina
 

Beitragvon Brian » 29.09.2003 12:37

In Bocholt gehen die Bemühungen Eltern endlich mal in Ruhe einkaufen zu lassen noch weiter. In den sog. Arkarden gibt es einen "Kindergarten" in welchem Eltern ihre Kinder stundenweise abgeben können.

Von dem Sinn einer solchen Einrichtung mal abgesehen ist es immer noch besser, als bestehende Kindergärten und deren Personal mit einer solchen recht undankbaren Arbeit zu belasten.

MfG

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Beitragvon moppekk » 23.10.2003 21:03

Mir fällt da nur das Bällchenbad bei IKEA ein :lol:

Hat sich darüber schon mal jemand aufgeregt?

Ich bin selbst Mutter und war schon manchmal sehr dankbar für solche Einrichtungen, ich mußte meine Kinder nicht durch die Möbelhäuser zerren , weil sie viel lieber ins Bällchenbad wollten und ich konnte entspannt einkaufen gehen.

Meine Kinder sind inzwischen aus dem Alter heraus, dennoch fanden sie diese Einrichtungen immer sehr witzig.
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Beitragvon Brian » 24.10.2003 18:53

Hi Moppekk,

Deine dankbarkeit kann ich schon verstehen, aber der Wunsch der Kinder entsteht aber eigendlich nur, weil eine solche Einrichtung existiert. Kein Kind würde auf die Idee kommen in ein Bällchenparadies zu gehen, wenn es keins geben würde.

Hier gehts eigendlich um den Sinn oder Unsinn bzw. um die Belastung eines Kindergartens mit der Aufgabe Kinder während des Einkaufs der Eltern zu betreuen.
Ich denke, dass die Erzieher und Erzieherinnen in einem Kindergarten nicht noch zusätzlich belastet werden sollten, da diese unter der Woche in überfüllten Gruppen arbeiten müssen.
Da sollten sich auch Eltern mal für "Ihre" Erzieherinnen und eben auch für Ihre Kinder Einsetzten. Den Kindern wäre mit genervten Erzieherinnen auch nicht gedient.

MfG

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Beitragvon claudia » 25.10.2003 09:00

hallo
bällchenbäder etc. in möbelhäusern sind etwas ganz anderes. die einrichung wurde zum kurzen "verwahren" geschaffen und das ist jedem elternteil bewußt, das ihr kind dort nur aufgepasst wird.
zu genau dem "verwahrkindergarten" degradiert ein träger seine angestellten, indem er seine einrichtung nebst personal "zweckentfremdet". :roll:
der kiga ist eine bildungseinrichtung, mit einem deutlichen auftrag! mit dieser aktion wird er wieder zur verwahranstalt. und das vom Ja persönlich, darüber kann ich nur den kopf schütteln und man sieht welches ansehen der berufsstand bei seinen vorgesetzten hat....
:?
käme doch nur noch jemand auf dei idee samstags die säuglings/kinderstation des städtischen krankenhauses für die unter drei jährigen zu öffnen und die schulen nebst lehrer für die größeren - auf so eine idee käme keiner....aber iss in meinen augen nix anderes.
lieben gruß claudia

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Beitragvon moppekk » 25.10.2003 16:34

bällchenbäder etc. in möbelhäusern sind etwas ganz anderes. die einrichung wurde zum kurzen "verwahren" geschaffen und das ist jedem elternteil bewußt, das ihr kind dort nur aufgepasst wird.

dem kann ich nur beipflichten!!

zu genau dem "verwahrkindergarten" degradiert ein träger seine angestellten, indem er seine einrichtung nebst personal "zweckentfremdet".


soweit ich das verstanden habe, machen die Erzieherinnen das doch freiwillig!!!! es gibt immer 2 Seiten der Medaille, in diesem Fall einmal die die sich degradieren lassen und die die degradieren............

der kiga ist eine bildungseinrichtung, mit einem deutlichen auftrag! mit dieser aktion wird er wieder zur verwahranstalt. und das vom Ja persönlich, darüber kann ich nur den kopf schütteln und man sieht welches ansehen der berufsstand bei seinen vorgesetzten hat....

Bei dem Personalschlüssel der bei uns zugrunde gelegt wird (1,5 päd. Fachkräfte bei 25 - 30 Kinder) ist es in den meisten Fällen sowieso nur noch eine Verwahranstalt mit dem Anspruch der Schadensbegrenzung!!!
1,5 Kräfte heißt bei uns, dass für 2 Kindergartengruppen drei Mitarbeiterinnen zuständig sind, also muß die sog. 2. Kraft wöchentlich wechseln und ich bzw. meine Kollegin sind dann eine Woche allein in der Gruppe. Zieht man noch Fehlzeiten wg. Krankheiten, Urlaub o. Fortbildungen ab, kann sich jeder ausrechnen wie die päd. Arbeit abläuft.

Übrigens gibts diesen Schlüssel schon seit 10 Jahren bei uns in der Kommune!!!

Polemisch betrachtet könnte man sagen, dass das Personal im sog. Bällchenbad "bessere" Arbeit leisten könnte, weil einfach mehr Personal vorhanden ist :twisted:



käme doch nur noch jemand auf die Idee samstags die säuglings/kinderstation des städtischen krankenhauses für die unter drei jährigen zu öffnen und die schulen nebst lehrer für die größeren - auf so eine idee käme keiner....aber iss in meinen augen nix anderes.


Man müsste den verantwortlichen Leuten das schon auch im gegenzug mal vorschlagen :wink: Bin auf die Reaktion gespannt 8)

Liebe Grüsse
moppekk
 
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