Petition für Ausb.verlängerung für Soz.Päd. Assistenten

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Petition für Ausb.verlängerung für Soz.Päd. Assistenten

Beitragvon gruenzeug » 19.03.2014 22:14

Hallo ihr Lieben,

seit nun einem guten halben Jahr befinde ich mich in der Ausbildung zum Soz.Päd. Assistenten (Kinderpflegerin). Ich bin fast 30 Jahre alt und habe einen 6jährigen Sohn, dadurch sehe ich einige Dinge vielleicht etwas anders, als meine Mitschüler, die zum Großteil aus 15 - 16jährigen pubertierenden besteht, die laut ihren Aussagen die Ausbildung begonnen haben weil "Mutti das gesagt hat", "es ein leichter Job ist, man muss ja nur basteln und aufpassen" oder "es 'ne leichte Möglichkeit ist in zwei Jahren den Quabi nachzuholen".

Mir als Mutter eines Vorschulkindes dreht sich da natürlich alles um. Nicht nur dass diese jungen Menschen zum Teil weder die nötige Reife haben um Kinder optimal fördern zu können, selbst bei großem Interesse ist man innerhalb von zwei Schuljahren und 60 - 70 Praxistagen ein ausgelernter Pädagoge und wird auf unsere Zukunft - die Kinder - losgelassen. Ich denke nicht dass ich hier jemandem erzählen muss wie immens wichtig die ersten Jahre eines Kindes sind, wie nachhaltig das Leben eines Kindes beeinflusst werden kann in dieser Zeit, aber wenn ich mir meine Mitschüler ansehe, wird mir wirklich angst und bange manchmal.

Leider habe ich es in jungen Jahren nicht geschafft die Mittlere Reife zu absolvieren, sonst hätte ich natürlich die Ausbildung zum Erzieher an einer FAKS begonnen, jedoch bin ich absolut dafür dass die Ausbildung zum Soz.Päd. Assistenten zum einen verlängert wird (von zwei auf drei Jahre) und sowohl die Volljährigkeit der Bewerber, als auch ein Soziales Praktisches Jahr (o.ä.) vorausgesetzt wird. Es kann in meinen Augen nicht sein, dass sogar ein Metzger länger zur Schule gehen muss, als jemand der Kinder betreuen möchte. Zumal es auch mit der Volljährigkeit rechtliche Probleme geben kann, da diese wohl zum einen nicht in Krippen arbeiten können / dürfen oder auch im Kindergarten wohl nicht die volle Verantwortung übernehmen dürfen (da bin ich mir aber nicht 100% sicher...). Was eben noch dazu kommt, ist die Tatsache dass Kinderpfleger lediglich 60 - 70 Praxistage verpflichtend nachweisen müssen um Erfahrungen zu sammeln und das in meinen Augen viel, viel, viel zu wenig ist.

Ich habe oft mit unseren Sozialpädagogen gesprochen und auch sie befürworten eine Ausbildungsverlängerung und / oder mehr praktische Erfahrungsmöglichkeiten. Jedoch konnten sie mir nicht sagen, was man gegen diesen Missstand unternehmen kann, ausser den hiesigen Kandidaten im Bereich Bildung anzusprechen. Da ich nicht herausfinden konnte, an wen ich mich da genau wenden muss, habe ich nun eine Petition gestartet, die ihr hier nachlesen könnt:

https://www.openpetition.de/petition/on ... drei-jahre

Ich würde mich sehr freuen wenn ihr mir eure Meinung dazu mitteilt und diese Petition, solltet ihr sie auch befürworten, unterzeichnet und teilt. Wenn genügend Stimmen zusammen kommen möchte ich mich damit gerne an das Bayerische Staatsministerium für Bildung (Unterricht, Kultus) wenden und hoffe natürlich, dass sich an der Qualität (und auch am Ansehen von Pädagogen) etwas ändert. Unseren (zukünftigen) Kindern zuliebe.

Alles Liebe
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Liebe Grüße, gruenzeug!
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Re: Petition für Ausb.verlängerung für Soz.Päd. Assistenten

Beitragvon Teddybär » 20.03.2014 17:00

Hallo, leider komme ich aus einem anderen Bundesland, aber grundsätzlich hast Du recht mit Deinen Argumenten. Was ich allerdings auch sehr befremdlich finde ist, das sie mit 15 -16 Jahren in die Ausbildung genommen werden. Für meine persönliche Meinung, sollten sie mindestens 18 Jahre alt sein und auch schon die mittlere Reife haben (das ist bei uns Grundvoraussetzung). Es liegt aber auch an der Schule, sie sollten schauen, ob sich die Auszubildenen wirklich für diesen Beruf eignen und es liegt am Praxisplatz, was und wie sie die Praktikanten fördern und auch fordern. Den Beruf als leicht zu bezeichnen zeigt,was für Einstellung da ist. Es ist ja nun nicht so, das er so schwer ist,das man es nicht schaffen kann, aber es fordert doch einiges von einem ab.Bei mir in der Einrichtung sind SPA'S natürlich die Zweitkraft, aber sie müssen genauso fit und belastbar, wie die Erzieher sein. Kenntnisse in allen Bereichen haben und Wissen anwenden können. Es ist aber auch die alte Leier -wir spielen ja nur, und da bisschen aufpassen ........... und dafür gibt es auch noch Geld!
Ich möchte keine Kollegin haben, die die Einstellung hat, es ist alles so easy!
LG Teddybär
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Re: Petition für Ausb.verlängerung für Soz.Päd. Assistenten

Beitragvon gruenzeug » 24.03.2014 17:49

Teddybär hat geschrieben:Hallo, leider komme ich aus einem anderen Bundesland, aber grundsätzlich hast Du recht mit Deinen Argumenten. Was ich allerdings auch sehr befremdlich finde ist, das sie mit 15 -16 Jahren in die Ausbildung genommen werden. Für meine persönliche Meinung, sollten sie mindestens 18 Jahre alt sein und auch schon die mittlere Reife haben (das ist bei uns Grundvoraussetzung). Es liegt aber auch an der Schule, sie sollten schauen, ob sich die Auszubildenen wirklich für diesen Beruf eignen und es liegt am Praxisplatz, was und wie sie die Praktikanten fördern und auch fordern. Den Beruf als leicht zu bezeichnen zeigt,was für Einstellung da ist. Es ist ja nun nicht so, das er so schwer ist,das man es nicht schaffen kann, aber es fordert doch einiges von einem ab.Bei mir in der Einrichtung sind SPA'S natürlich die Zweitkraft, aber sie müssen genauso fit und belastbar, wie die Erzieher sein. Kenntnisse in allen Bereichen haben und Wissen anwenden können. Es ist aber auch die alte Leier -wir spielen ja nur, und da bisschen aufpassen ........... und dafür gibt es auch noch Geld!
Ich möchte keine Kollegin haben, die die Einstellung hat, es ist alles so easy!
LG Teddybär


Hallo Teddybär,

hier in Bayern kann man mit einem regulären HS-Abschluss an dieser Berufsfachschule beginnen. Wenn man früh eingeschult wird, somit mit 15 Jahren. Es ist hier schon sehr oft so, dass die Eltern die meisten BewerberInnen hierher schicken, wenn sie schlechte Noten haben und sonst seine Lehrstelle bekämen. Einige Klassenkameradinnen erzählten, man sagt sich, wer schlechte Noten hat, könne sich dort ja bewerben, "die nehmen jeden"... Es ist einfach sehr bekannt, dass wenn man nichts bekommt, man lieber Kinderpfleger wird, denn der Job ist ja sooo einfach, nur ein bisschen spielen usw., man hat in 2 Jahren wenn man sich nur halbwegs anstellt den Quabi (mittlere Reife durch Ausbildung) in der Hand. Das Problem ist, dass selbst in Vorpraktikas in der Hauptschule den Praktikantinnen kaum gesagt wird wie anstrengend die Ausbildung und auch der Beruf ist, dass man ein pädagogisches Personal ist, enorm viel Hintergrundwissen, Erfahrung und Verantwortung dahinter hängt und und und... Es ist wirklich schwer da nicht durchzudrehen, zumal ich ja selbst Mutter bin und mir wirklich übel wird, wenn ich weiss, dass solche Leute mitunter auf meine zukünftigen Kinder aufpassen (müssen, können, dürfen). Natürlich gibt es solche und solche, aber gerade in unserer Region ist es einfach schon enorm...

Heute morgen beispielsweise habe ich unter anderem folgendes "belauscht" (ich saß daneben und las):
"Was hast du so am Wochenende gemacht? "Ich bin gelegen, krank." "Ich auch, aber vom Alkohol."
"Ich bin so ne Nutte, jeder Kumpel will mit mir Poppen!"
"Weißt was ich wiederholen will? Meinem Papa auf die Hose Kotzen..."
"Ich hab mir vorher extra ne Aspirin reingeworfen, das knallt mehr."

... und sowas ist hier wirklich an der Tagesordnung. Ich weiss natürlich nicht, was diese jungen Mädels in der Praxis machen, aber es erschreckt mich einfach sehr.
***
Liebe Grüße, gruenzeug!
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Re: Petition für Ausb.verlängerung für Soz.Päd. Assistenten

Beitragvon Teddybär » 25.03.2014 19:36

Hallo, wenn ich das so lese, bekomme ich eine Gänsehaut. Diese Schülerinnen würde ich ganz schnell von der Schule entfernen, entweder Leistung oder eben nicht. Ich selber habe mich schon um diverse Auszubildende gekümmert und ich kann mit Stolz sagen,sie haben mit sehr gut und gut abgeschlossen. Ich habe aber auch, vereinzelt einige Auszubildende rausgesetzt ( mit Absprache der Leitung), sie hatten Null Lust und das rechnet sich nicht auf Dauer. Ich erwarte einfach Fachwissen, es muß jederzeit abrufbar sein, man kann gerne mal etwas nicht so genau wissen, aber dann muß ich selber es nach lernen. Für mich stellt sich die Frage, ob man nicht an der ganzen Ausbildung bei euch etwas ändern sollte,
es grüßt Dich Teddybär
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