Mobbing durch die Schule

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Mobbing durch die Schule

Beitragvon prodigy7 » 25.06.2003 22:52

Hallo,

ich schreibe im Namen meiner Freundin:
Meine Freundin ist momentan im letzten Jahr ihrer Ausbildung zur
Erzieherin und steht kurz vor ihrer Prüfung.

Dadurch, das meine Freundin eine "sehr belebte" Strecke zwischen ihrer
Wohnung und ihrem KiGa zurücklegen muss, bleibt es leider manchmal
nicht aus, das sie morgens verspätet im KiGa eintrifft. Soweit scheint
das laut aussage meiner Freundin ihrer "vorgesetzten" überhaupt nichts
auszumachen - die sagt selber, das sie es verstehen kann das sie durch
den Verkehr mal zu spät kommen kann und da das auch nicht so oft vor-
kommt nimmt sie das auch nicht weiter ernst. Ausser ihrer Mentorin -
sie scheint sich an der Tatsache nahezu "aufgehängt" zu haben und hatte
wohl vor, ihr eine Abmahnung wegen Zuspätkommens zu verpassen was
aber die Anleiterin meiner Freundin verhindern konnte - erfahren davon
hat sie im nachhinein.

Nun muss es vor kurzem soweit gewesen sein, das ihre Mentorin sich
wieder mal mit ihrer Anleiterin unterhalten hat und sie dabei wohl
darauf bestand, dass das Zeugnis, das meiner Freundin ausgestellt worden
ist zu gut sei, und dort mindestens noch vermerkt werden solle, das sie
öfters zu spät kommen würde.

Also zum einem bin ich mir ziemlich sicher, das ich mal ein Urteil gelesen
Also soweit ich weis, hat das, solange man nicht cronisch unpünktlich ist,
nichts im Arbeitszeugnis zu suchen ( http://www.studiumundberuf.de/zeugnisse001.htm )
oder? Und ist es nicht so, das wenn der Betrieb eine Mahnung ausstellt?

Soweit zum Zeugnis .... dann war noch ein weiterer Punkt, das meine
Freundin es "verschwitzt" hatte, das Pünktlich mit dem erfolgreichen
bestehen der Prüfung die Ausbildung endet und dementsprechend hatte
Sie ihren Urlaub bis nach der Prüfung gelegt - das wollte sie jetzt ändern,
da ihre Anleiterin darüber nicht genau bescheid wußte, hat sie, die
Anleiterin die Schule angerufen um sich darüber schlau zu machen
und bekam wohl nur gesagt, das meine Freundin keinen "aufstand" Proben solle
zumahl die Zulassung für die Prüfung sowiso noch nicht gelaufen sei.

Und der nächste Punkt ist der, das ihre Mentorin noch meinte, das der
KiGa wohl absolut ungeeignet als "Praxis-Betrieb" sei da er meiner Freundin
ein viel zu gutes Zeugnis ausgestellt habe.

Also ich muss sagen, da ALLES von ein und der selben Person ausgeht gegen
meine Freundin, und es im Umfeld meiner Freundin MINDESTENS eine Person gibt
die sagt, das sie es drauf hat (die Anleiterin) sieht das für mich ziemlich
nach mobbing aus. Meine Freundin meinte schon vor einem Jahr, als sie diese
Lehrerin als Mentorin zugeteilt bekam, dass das ein schlimmes jahr wird da
sie von der lehrerin schon von vorne rein den eindruck hatte, das sie sie auf
dem "kicker" hat.

Meine Frage ist nun, was sie dagegen unternehmen kann - zum einem steht
ja das gelingen oder nicht gelingen bzw zulassung zur Prüfung auf dem
Spiel - zum anderem macht sie das ziemlich fertig und so wirklich wehren
kann sie sich auch nicht das es schon aus mehreren Quellen hies, das
wohl alle Lehrer aus diesem Fachbereich ziemlich Arrogant und Eingebildet
seien - hier is also keine Hilfe in sicht.

Ich kenn es nur von meiner Ausbildung damals, das es da die IHK gab, an die
ich mich wenden konnte wenn es wirklich gravierende Probleme gab - gibt
es für sie nicht auch sowas in der Art?
Welche Möglichkeiten hat sie den um sich zu wehren ?

Gruß
Manuel
prodigy7
 

Beitragvon MarTina » 26.06.2003 16:05

Hallo Manuel,

deine Freundin sollte sich zunächst mal an einen Lehrer ihres Vertrauens wenden.

Zum Zuspätkommen muß ich sagen:
das wäre für mich ein großes Manko. Wenn meine Mitarbeiterinnen oder ich Frühdienst haben, MUSS diejenige einfach pünktlich sein weil sonst die Kids vor der Türe stehen, Eltern sauer sind weil sie dann wiederum zu spät zur Arbeit kommen, usw.

Da hilft nur, das Risiko einzugehen, deutlich zu früh zu kommen wenn der Verkehrsfluß mal pro Mitarbeiterin ist und sie gut durchkommt.

Das mit dem Urlaub verstehe ich nicht ganz, gehts um normalen Jahresurlaub? Den kann sie doch in ihrer Einrichtung gestalten wie sie will, solange keine Schultage drin sind, kann sie ihn doch einfach vorziehen ohne das die Schule was damit zu tun hat.

Inwiefern eine Lehrerin ein Praktikumszeugnis kritisieren darf, weiß ich nu allerdings auch nicht, sie sieht die Praktikantin ja nicht in der Praxis sondern die Anleiterin. Wenns nur ums Zuspätkommen geht - ich denk mal ne Praktikumsbeurteilung ist ja kein Arbeitszeugnis sondern eine Meldung an die Schule, da dürfen sehr wohl negative Sachen drin stehen.

Aber wie gesagt, ich würd erst mal einen Vertrauenslehrer einbeziehen.

Grüße, MarTina
MarTina
 

Beitragvon prodigy7 » 26.06.2003 16:57

Also mit der Pünktlichkeit an sich ist das ja eigentlich kein Problem da die wohl personell so gut abgedeckt sind das es nicht ins gewicht fällt, wenn sie mal zu spät kommt. Zudem denke ich eigentlich schon, meine Freundin
sogut zu kennen das ich glaube das sie spass an ihrem Beruf hat und
dementsprechend auch versucht, pünktlich zu sein.
Das größere Problem ist halt wirklich, das sich ihre Mentorin daran stört
und versucht ihr eins reinzuwürgen. Aber nun gut ...
das Problem ist wohl mehr der versuch des "Mobbings"
als das zuspät kommen .... ich hab ihr auch gesagt, das sie sich an den
Vertrauenslehrer der Schule wenden soll, aber es ist halt die Frage, ob
das Früchte trägt. Im schlimmsten fall gehört dieser ebenfalls zu der
"Arroganten-Elite" und würde sich damit ein Eigentor schießen. Dann
wäre halt die Frage, wer die nächste Instanz ist.

Das Problem mit ihrem Urlaub ist folgendes:
Im Bundesausbildungsgesetz ist geregelt, das ab dem Tag an dem man
die Prüfung besteht, das Ausbildungsverhältnis endet und sollte man
trotzdem weiterarbeiten, die Beschäftigung automatisch in eine
Volle Arbeitsstelle übergeht. Sie müsste also quasi, wenn sie n Tag nach
ihrer Prüfung arbeiten geht, ab dem Tag das volle Gehalt bekommen.
Jetzt ist es so, das sie aus unwissenheit ihren Resturlaub so geplant hat,
das er über den Prüfungstag hinaus geht. Das sind 9 Tage. Diese
Urlaubstage müsste sie ja aber vor der Prüfung nehmen, das sie ja sonst
verfallen würden. Und diese Einsicht teil jeder mit ihr .... nur nicht die
Schule obwohl diese das wohl auch so gesagt haben muss, jetzt sich aber
halt plötzlich auf den Standpunkt stellt das man doch einfach drüber hin-
wegsehen sollte. Das sie ja wie jeder andere in dem Kindergarten arbeitet,
dementsprechend den Streß und den Zeitaufwand hat steht ihr aber wie
jedem anderem auch die gleiche "Ruhezeit" zu denke ich mal.
Das ganze, das sie das gemerkt hat, das ihrer Anleiterin sagte, diese
sicherheitshalber bei der Schule nachfragen wollte wurde meiner Freundin
jetzt widerrum so ausgelegt, als würde sie quasi unnötigerweise die Pferde
scheu machen ...... da sie ja aus sicht ihrer Mentorin sowiso nichts drauf
hat und auch sonst zu ruhig ist im unterricht blabla ...

Wenn ihre Mentorin wirklich erfolg haben sollte, und zumindest hat sie
momentan meine Freundin soweit, das sie fix und fertig ist mit den
Nerven, dann kann meine Freundin n halbes Jahr länger machen weil sie
nicht in das raster der netten schülerin der Mentorin passte .... und wenn
sie pech hat, hat sie sie nochmal ein halbes Jahr und dann fängt sie
langsam an, die Berufliche laufbahn meiner Freundin kaputt zu machen ...

Ich frag mich halt wirklich nur, wo meine Freundin sich hinwenden kann,
außer dem Vertrauenslehrer ... irgendwas müsste es da doch noch geben

Gruß
Manuel
prodigy7
 

Beitragvon Gerd » 30.06.2003 13:56

Hallo Manuel!

Im wesentlichen teile ich MarTinas Ansicht.
Das Anerkennungsjahr als Erzieher/in fällt nicht unter die Berufe nach dem Bundesausbildungsgesetz, da es eine vollständige (Fach)Schulausbildung ist. Formal ist die Praktikantin Schülerin und beendet ihre Ausbildung erst mit der Schulentlassung.
Bezügl. des Urlaubanspruchs gilt der Praktikantenvertrag und dessen Dauer (in der Regel 1 Jahr, vom 01.08.-31.07.). Der Urlaub ist innerhalb dieses Beschäftigungsverhältnis zu nehmen. D.h. auch nach der Prüfung/Kollogquium kann Urlaub genommen werden.

Die geschilderten Indizien für einen Fall von Mobbing scheinen mir nicht ausreichend. Es ist völlig legal ein Fehlverhalten zu kritisieren (nach einer Abmahnung ist schon ein weiteres Zuspätkommen ein Kündigungsgrund); die abweichende Meinung der Lehrerin zur Praxisbeurteilung ist legitim; eine Praktikumsbeurteilung ist kein Zeugnis (und darf auch negative persönliche Wertungen enthalten); die Unkenntnis der Urlaubsansprüche lässt eher auf Wissenslücken denn auf vorsätzliches "abschießen" schließen.

Viele Grüße!
Gerd
Gerd
 


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