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Beitragvon Gise » 14.09.2003 15:12

Hallo!

Ich hab eine ganz ganz dringende Frage.Und zwar lese ich überall dass man für eine Ausbildung zur Erzieherin bereits eine mindestens 2 jährige abgschlossene Berufsausbildung haben muss ODER diverse andere Vorraussetzungen!Teilweise liest man aber dann wieder dass man ohne jegliche Vorbildung diese Ausbildung anfangen kann.Was stimmt denn nun eigentlich?Ist das vielleicht in jedem Bundesland anders?
Und noch eine Frage: man muss ja erst ein Vorpraktikum für 1 Jahr machen oder?Zählt das dann schon zur Ausbildungszeit dazu oder nicht?Und kann man das in einem x-beliebigen Kindergarten machen?

Liebe Grüße an alle

Gise
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Ausbildung

Beitragvon mieze_23 » 14.09.2003 19:52

Hallo Gise!

Also in Ba-Wü gibt es das Vorprakrikum in diesem Jahr das letzte mal. Parallel hat die neue Ausbildungsform, das Berufskolleg begonnen. Ab nächstes Jahr gibts nur noch das BK (3 tage Schule, 2 Tage Praxis).
Von diesen Vorraussetztungen hab ich noch nie was gehört! Das einzige ist das Du mittlere Reife brauchst!
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Beitragvon claudia » 15.09.2003 07:56

hallo
die einzig allgemeinen rahmenbedingungen für dei ausbildung zur erzieherin, die für jedes bundesland gelten:
Rahmenvereinbarung zur Ausbildung und Prüfung von Erziehern/Erzieherinnen
(Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 28. 01. 2000)
Quelle:
Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland;
Anlage II. zur NS 161. AK, 27./28.1.2000, Bonn


1. Ziel der Ausbildung
Ziel der Ausbildung ist die Befähigung, Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsaufgaben zu übernehmen und in allen sozialpädagogischen Bereichen als Erzieher oder Erzieherin selbständig und eigenverantwortlich tätig zu sein. Die Ausbildung soll eine berufliche Handlungskompetenz vermitteln, die Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz verknüpft. Die berufliche Qualifikation kann durch Vermittlung der Fachhochschulreife [1] ergänzt werden.
2. Ausbildungsdauer und Ausbildungsstätten
Der gesamte Ausbildungsweg dauert unter Einbeziehung, der beruflichen Vorbildung in der Regel fünf Jahre, mindestens jedoch vier Jahre. Er enthält eine in der Regel dreijährige, mindestens jedoch zweijährige Ausbildung an einer Fachschule [2]. Eine Teilzeitausbildung dauert entsprechend länger. Die praktische Ausbildung findet in unterschiedlichen sozialpädagogischen Tätigkeitsfeldern statt.
3. Zulassungsvoraussetzungen
Zur Ausbildung wird zugelassen, wer
a) einen mittleren Schulabschluss oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsabschluss nachweist und
b) über die geforderte berufliche Vorbildung verfügt. Sie umfasst eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung oder eine in Abhängigkeit von der Dauer der Ausbildung nach Landesrecht als gleichwertig anerkannte Qualifizierung.
4. Inhalt der Ausbildung
4.1 Rahmenvorgaben
Die Ausbildung umfasst mindestens 2400 Stunden Unterricht und mindestens 1200 Stunden Praxis in sozialpädagogischen Tätigkeitsfeldern. Aus einer zweijährigen einschlägigen vollzeitschulischen Vorbildung können bis zu 600 Stunden des praktischen Anteils in die Ausbildung eingebracht werden.
Rahmenstundentafel

Berufsübergreifender Lernbereich
mindestens 360 Std.*
Berufsspezifischer Lernbereich
mindestens 1.800 Std.*
Praxis in sozialpädagogischen
Tätigkeitsfeldern
mindestens 1.200 Std.
Gesamtstunden mindestens 3.600 Std.
* Die Differenz zum Mindestgesamtstundenumfang ist länderspezifisch auszugleichen.
Die Ausbildung umfasst folgende Bereiche:
- Kommunikation und Gesellschaft
- Sozialpädagogische Theorie und Praxis
- Musisch-kreative Gestaltung
- Ökologie und Gesundheit
- Organisation, Recht und Verwaltung
-. Religion/Ethik nach dem Recht der Länder

4.2 Qualifikationsbeschreibungen
Kinder und Jugendliche zu erziehen, zu bilden und zu betreuen erfordert Fachkräfte [3],
• die das Kind und den Jugendlichen in seiner Personalität und Subjektstellung sehen.
• die Kompetenzen, Entwicklungsmöglichkeiten und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen in den verschiedenen Altersgruppen erkennen und entsprechende pädagogische Angebote planen, durchführen, dokumentieren und auswerten können.
• die als Personen über ein hohes pädagogisches Ethos, menschliche Integrität sowie gute soziale und persönliche Kompetenzen und Handlungsstrategien zur Gestaltung der Gruppensituation verfügen.
• die im Team kooperationsfähig sind.
• die aufgrund didaktisch-methodischer Fähigkeiten die Chancen von ganzheitlichem und an den Lebensrealitäten der Kinder und Jugendlichen orientiertem Lernen erkennen und nutzen können.
• die in der Lage sind, sich im Kontakt mit Kindern und Jugendlichen wie auch mit Erwachsenen einzufühlen, sich selbst zu behaupten und Vermittlungs- und Aushandlungsprozesse zu organisieren.
• die als Rüstzeug für die Erfüllung der familienergänzenden und -unterstützenden Funktion über entsprechende Kommunikationsfähigkeit verfügen.
• die aufgrund ihrer Kenntnisse von sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhängen die Lage von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern erfassen und die Unterstützung in Konfliktsituationen leisten können.
• die Kooperationsstrukturen mit anderen Einrichtungen im Gemeinwesen entwickeln und aufrechterhalten können.
• die in der Lage sind, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen sowie den Anforderungen einer zunehmenden Wettbewerbssituation der Einrichtungen und Dienste und einer stärkeren Dienstleistungsorientierung zu entsprechen.
4. Didaktisch-methodische Grundsätze
Die Qualifizierung erfordert eine prozesshafte Ausbildung in enger Verzahnung der unterschiedlichen Lernorte, die den subjektiven Lernprozess der künftigen Erzieher und Erzieherinnen berücksichtigt.
Zur vertiefenden Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Erwartungen an die Tätigkeit eines Erziehers/einer Erzieherin in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern ist im Verlauf der Ausbildung ein Konzept der Berufsrolle zu entwickeln.
Durch Analyse und Überprüfung der eigenen Reaktionsmuster und Einschätzungsmöglichkeiten sind Konzepte zu entwickeln, die die angehenden Erzieher und Erzieherinnen befähigen, ihr sozialpädagogisches Handeln auf der Grundlage eines reflektierenden Fremdverstehens zu begründen.
Im Verlauf der Ausbildung ist die Fähigkeit zu entwickeln, eigenverantwortlich und zielorientiert bei Kindern und Jugendlichen Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsprozesse zu gestalten.
Zur Professionalisierung des eigenen sozialpädagogischen Handelns bedarf es der Wahrnehmung der beruflichen Tätigkeit als Prozess, in dem es darauf ankommt, Strategien für ein selbständiges und eigenverantwortliches Handeln zu entwickeln, sie zu dokumentieren und zu überprüfen und dabei gleichzeitig die wechselnden Anforderungen der Praxis zu berücksichtigen.
5. Abschlussprüfung
5.1 Zweck der Abschlussprüfung
In der Abschlussprüfung soll nachgewiesen werden, dass das Ziel der Ausbildung erreicht worden ist.
5.2 Durchführung der Prüfung
In der schriftlichen Prüfung werden mindestens zwei Arbeiten aus dem berufsspezifischen Lernbereich unter Aufsicht angefertigt. Die Prüfungszeit beträgt dafür insgesamt mindestens sechs Zeitstunden.
Die schriftliche Prüfung kann in einem Bereich durch eine schriftliche Facharbeit mit anschließender Präsentation der Ergebnisse im Rahmen eines Kolloquiums unter prüfungsmäßigen Bedingungen ersetzt werden.
Zusätzlich ist durch ein geeignetes Verfahren festzustelIen, ob der Prüfungsteilnehmer bzw. die Prüfungsteilnehmerin die in der Ausbildung erworbenen Qualifikationen in der praktischen sozialpädagogischen Arbeit umsetzen kann.
Eine mündliche Prüfung kann vorgesehen werden.
5.3 Ergebnis der Prüfung
Das Gesamtergebnis der Abschlussprüfung lautet "bestanden" oder "nicht bestanden". Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind. Der Notenausgleich für nicht ausreichende Leistungen richtet sich nach den Bestimmungen der Länder.
Die Prüfung kann wiederholt werden. Die Einzelheiten bestimmen die Regelungen der Länder.
5.4 Abschlusszeugnis und Berufsbezeichnung
Wer die Abschlussprüfung bestanden hat und die weiteren nach den Bestimmungen der Länder erforderlichen Voraussetzungen erfüllt, erhält ein Abschlusszeugnis. Das Abschlusszeugnis ist eine Voraussetzung zur Führung der Berufsbezeichnung "Staatlich anerkannter Erzieher/Staatlich anerkannte Erzieherin". Verfahrensregelungen hierzu treffen die Länder.
6. Prüfung für Nichtschüler/Nichtschülerinnen
Eine Prüfung für Nichtschüler/Nichtschülerinnen kann vorgesehen werden. Zur Prüfung wird zugelassen, wer die Voraussetzungen nach Ziffer 3 erfüllt. Darüber hinaus müssen Bildungsgang und Berufsweg erwarten lassen, dass die Qualifikationen erlangt wurden, wie sie an einer entsprechenden Fachschule erworben werden.
Die Prüfung kann nicht früher abgelegt werden, als es bei normalem Schulbesuch möglich gewesen wäre.
Die Prüfung soll grundsätzlich in allen Lernbereichen durchgeführt werden. Umfang und Anforderungen müssen denen der Regelausbildung entsprechen.
Nach bestandener Prüfung wird ein Abschlusszeugnis erteilt, aus dem hervorgeht, dass die Prüfung für Nichtschüler/Nichtschülerinnen abgelegt wurde.
7. Gegenseitige Anerkennung
Die Länder erkennen die nach dieser Rahmenvereinbarung erteilten Abschlusszeugnisse gegenseitig an.
8. Schlussvorschriften
Die Rahmenvereinbarung über die Ausbildung und Prüfung von Erziehern/ Erzieherinnen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vorn 24.09.1982) wird aufgehoben.
_____________________________________________
[1] Vereinbarung über den Erwerb der Fachhochschulreife in beruflichen Bildungsgängen, Beschluss der Kultusministerkonferenz vom0.06. 1998 bzw. in der gültigen Fassung):
[2] In Bayern an Fachakademien. in Nordrhein-Westfalen im Bildungsgang für Erzieher/Erzieherinnen am Berufskolleg..
[3] (vgl. Beschluss der Jugendministerkonferenz vom 25./26. 06. 1998)
Quelle:
Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland; Anlage II. zur NS 161. AK, 27./28.1.2000, Bonn #

unter http://www.arbeitsamt.de unten >> berufenet>>eingabe -erzieherin findest du einiges an informationen.
lieben gruß claudia

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der eine hat eine falsche rechtschreibung und der andere eine rechte falschschreibung.
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Beitragvon Gise » 16.09.2003 08:58

Hallo!

Vielen vielen Dank für die ausführlichen Infos!
Und weil ihr euch alle so gut auskennt,hab ich gleich noch eine Frage:)
Die Ausbildung erfolgt doch in einer Fachschule oder?Kann man sich da einfach wie in jeder normalen Schule einfach einschreiben oder muss man sich da bewerben und wird dann wenn man Glück hat ausgewählt?
Und wie ist das dann in dem Praktikum nach der Schulischen Ausbildung?Muss man sich da schon in einem Kindergarten oderähnlichem bewerben oder?

Ganz liebe Grüße an alle

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Beitragvon claudia » 16.09.2003 17:39

hi
du kannst dich bei einer fachschule deiner wahl anmelden, dürfte eigentlich klappen, es sei denn sie sind schon sehr belegt...dann mußt du dir ne andere aussuchen. erkundige dich am besten bei der anfrage nach den anmeldezeiten gleich danach wie die chancen sind, genommen zu werden... :wink:
um die blockpraktikumsstellen hat sich bei uns damals die schule gekümmert. für`s baj haben wir uns bei den kitas beworben...mit dem halbjahreszeugnis der oberstufe.
lieben gruß claudia

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