Stolberg, St. Vinzenz Kinderheim (Aachen 13,5km Entfernung)

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Stolberg, St. Vinzenz Kinderheim (Aachen 13,5km Entfernung)

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 18.02.2019 06:53

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Adresse des damaligen St. Vinzenz Kinderheim: Frankentalstraße 3, 52222 Stolberg (Rhld)

WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Stolberg_(Rheinland) (mit Karte)

Stolberg, St. Vinzenz Kinderheim – damals geleitet von „Ordensfrauen der Schwestern vom armen Kinde Jesus“ – Betrieb eingestellt 1970.

Heutige aktuelle Nutzung des damaligen Kinderheimgebäudes: „Kulturzentrum Frankental“, Frankentalstraße 3, 52222 Stolberg (Rhld)

Siehe @
https://www.stolberg.de/city_info/webaccessibility/index.cfm?item_id=868996&waid=730&modul_id=99&record_id=31160&category_id=376 und @ https://www.stolberg.de/city_info/webaccessibility/index.cfm?item_id=867011&modul_id=15&record_id=815&eps=50

Ein aufschlussreicher Artikel aus dem letzten Quartal des Jahres 2011 zu diesem damaligen St. Vinzenz Kinderheim in Stolberg (Rhld) (in der Nähe von Aachen: 13,5km Entfernung) :

QUELLE: Aachener Zeitung @ https://www.aachener-zeitung.de/lokales/stolberg/todesaengste-nonne-schlaegt-heimkinder_aid-26946697 :


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Stolberg:

Todesängste: Nonne schlägt Heimkinder

8. November 2011 um 17:32 Uhr | Lesedauer: 4 Minuten )

[ FOTO: [Ehemalige dieses Heims:] „Für Waltraud Klein, Elisabeth Stehli, Ilona Schmitz und Wilhelmine Winter (möchte unerkannt bleiben) ist das Haus an der Frankentalstraße untrennbar mit Angst und Gewalt verbunden. Foto. Gottfroh.“ ]


STOLBERG. Mehr als ein halbes Jahrhundert ist es jetzt her, dass Wilhelmina Winter, Ilona Schmitz, Waltraud Klein und Elisabeth Stehli das Haus an der Frankentalstraße in Stolberg ihr „zuhause” nannten. Aber noch immer verbinden sie mit dem Gebäude eine Angst, Furcht und Unterdrückung, sagen sie.

VON NICOLA GOTTFROH

Das stattliche Haus, in dem heute die Stadtbibliothek untergebracht ist, trug einst den Namen St. Vinzenz Kinderheim. Zwischen dem Beginn der 50er Jahre und deren Ende befanden die vier Frauen als Heimkinder dort in der Obhut der Kirche.

Weil bei ihnen Mutter und Vater aus unterschiedlichsten Gründen fehlten, sollten Ordensschwestern vom Armen Kinde Jesu an deren Stelle für das physische und psychische Wohl der Kinder sorgten. „Wir sollten dort beschützt werden, haben aber stattdessen unsere Kindheit verloren“, klagt Wilhelmine Winter heute an und erzählt: „Im Vinzenz-Heim war Gewalt und Unterdrückung an der Tagesordnung“.

Dass es gerade eine Ordensfrau war, eine Nonne und damit eine Frau Gottes, die ihnen das Leben einst schwer machte, das finden die vier besonders abscheulich. „Eines aber müssen wir betonen: Es waren nicht alle Nonnen schlecht“, sagt Waltraud Klein und erntet dafür zustimmendes Kopfnicken der übrigen drei Frauen.

Die vier Frauen haben in ihren Jahren im Heim alle ähnliche Erfahrungen gemacht. Und doch sind es bei jeder andere Erlebnisse, die sie geprägt haben, die sie bis heute verfolgen und die Heimzeit nicht vergessen lassen.

Dass ihre Gruppenleiterin, die Nonne Schwester F., ihnen die Süßigkeiten wegnahm, wenn sie denn mal welche bekamen, daran erinnern sich die Frauen. Und auch daran, dass sich die Erwachsene bei Tisch stets das Beste nahm - „sie pickte sich die Rosinen raus“ - erinnern sich die Frauen. Waltraud Klein aber, sie kam mit sieben Jahren ins Heim, erinnert sich besonders gut an die Mahlzeiten. „Ich war keine gute Esserin und nach dem Essen war mir immer so schlecht, dass ich mich übergeben musste.“ Und sie sei froh gewesen, wenn sie dafür nur zur Strafe geschlagen wurde. „Manchmal aber musste ich mein Erbrochenes dann selbst auflöffeln. Das werde ich niemals vergessen“, sagt sie. „Noch schlimmer war es aber, wenn wir danach gebadet wurden. Dann wurde ich so lange mit dem Kopf unter Wasser gedrückt, bis ich versprach, mich nie wieder zu übergeben“, erinnert sich Waltraud Klein.

Todesängste musste auch Wilhelmina Winter als Kind und Jugendliche durchzustehen. Schon als Baby wurde St. Vinzenz zu ihrem „Heim“ und sollte es bis zu ihrem 14. Lebensjahr bleiben. „Wir waren billige Arbeitskräfte. Mussten Küchenarbeiten verrichten. Und jeder noch so kleine Fehler wurde mit Schlägen bestraft. Wenn wir Kartoffeln schälten - es waren übrigens Berge von Kartoffeln - und die Schalen zu dick abgeschnitten waren, dann bekamen wir zur Strafe nichts anderes als die Kartoffelschalen zu essen“, sagt sie und fügt hinzu: „Was diese Nonne mit uns gemacht hat, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.“

Die Kinder im Heim habe die Nonne so sehr unterdrückt, dass sie sie sogar für normale menschliche Bedürfnisse bestrafte. „Nach dem Abendgebet um sieben Uhr war der Gang zur Toilette verboten. Wer es nicht bis zum nächsten Morgen aushielt, musste ins Bett machen und wurde dann mit den eingenässten Laken verprügelt“, erzählt sie eine andere Begebenheit aus ihrer Kindheit.

„Schwester F. war ohnehin sehr kreativ was die Wahl der Schlagwerkzeuge betraf“, ergreift nun auch Ilona Schmitz (67) das Wort. „Sie hat alles zum Schlagen benutzt: nasse Laken, aber auch Kleiderbügel und Drahtbürsten. Oft wurden wir so verdroschen, dass wir tagelang nicht sitzen konnten.“ Bei diesen Worten bricht die unterdrückte Trauer aus ihr heraus, Tränen kullern ihre Wange hinunter. Die anderen Frauen ergreifen ihre Hand, streicheln ihr über den Rücken und spenden Trost oder weinen mit der Freundin - wie sie es auch schon vor mehr als 50 Jahren gemacht haben.

Über die Vergangenheit zu sprechen ist schmerzhaft und schwer. Doch das Austauschen miteinander, so wissen die Frauen selbst, ist gut und wichtig. Viele Jahre lang waren sie alle der Meinung, sie hätten die Vergangenheit hinter sich gelassen - ein Irrglaube. „Viel zu lange hatten wir die Vergangenheit einfach nur verdrängt“, sagt Elisabeth Stehli. Erst viele Jahre nachdem sie das Heim verlassen und selbst Familien gegründet hatten, begaben sie sich in Therapie. Bei Wilhelmina Winter machte die kranke Seele sogar den Körper krank. Eines Tages, die Jahre im Heim lagen schon mehr als zwei Jahrzehnte zurück - konnte ich nicht mehr richtig laufen.

Viele Untersuchungen später stellte sich heraus, dass das psychosomatische Ursachen hatte. Und auch die anderen Frauen hatten ihr Päckchen zu tragen, das Bis auf Waltraud Klein: „Ich hatte im Heim jahrelang Angst vor allem. Ich konnte erst anfangen zu leben, als ich mir sagte, dass ich bereit bis zu sterben. Damals war ich neun Jahre alt.“ Sie glaubt, mit dieser Einstellung die Zeit im Heim doch für sich verarbeitet zu haben. „Wir haben es doch noch geschafft, wir haben das Heim überlebt.

Andere sind zerbrochen und haben sich später das Leben genommen...“, weiß Waltraud Klein. Aus der Kirche ausgetreten ist übrigens keine der vier Frauen. „Was hätte uns das gebracht. Nicht alle in der Kirche sind schlecht. Und wir schätzen die soziale Arbeit, die die Kirche leistet, sehr“, sagt Wilhelmina Winter versöhnlich.

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Beschlagwortet mit LABELS / TAGS: Heim, Stolberg, St. Vinzenz Kinderheim, St. Vinzenz, Kinderheim, Städteregion Aachen, Regierungsbezirk Köln, Nordrhein-Westfalen, Frankentalstraße 3, 52222 Stolberg, Stolberg (Rhld), Ordensfrauen, Schwestern, Ordensschwestern, Armen Kinde Jesus, Betrieb eingestellt 1970, Kulturzentrum Frankental, Aachener Zeitung, 8. November 2011, Nonne schlägt Heimkinder, Heimkinder, ehemaliges Heimkind, Waltraud Klein, Elisabeth Stehli, Ilona Schmitz, Wilhelmine Winter, Angst und Gewalt, Angst, Gewalt, Furcht, Unterdrückung, Nicola Gottfroh, Obhut der Kirche, Armen Kinde Jesu, Ordensfrau, Nonne, Frau Gottes, abscheulich, Vinzenz-Heim, Heimzeit, Nonne Schwester F., zur Strafe geschlagen, billige Arbeitskräfte, mit Schlägen bestraft, Kartoffelschalen zu essen, Gang zur Toilette verboten, eingenässten Laken verprügelt, verprügelt, Schlagwerkzeuge, Angst vor allem, das Heim überlebt, das Leben genommen,
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Stolberg, St. Vinzenz Kinderheim (Aachen 13,5km Entfernung)

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 19.02.2019 07:37

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Mehr zu dem St. Vincenz Kinderheim, Frankentalstraße 3, 52222 Stolberg, in der Nähe von Aachen :

QUELLE: WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Kupferhof :

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Frankental

1658 erbaute Johann von Asten auf dem Gelände des heutigen Kulturzentrums den Kupferhof Frankental. 1903 erwarben ihn die Ordens-Schwestern vom armen Kinde Jesus und richteten hier das St. Vincenz Kinderheim ein. Das heutige Gebäude wurde 1929 errichtet. Nach der Schließung des Kinderheims 1970 ging die gesamte Anlage an die Stadt Stolberg über, die das Gebäude restaurierte und 1989 mit Stadtbücherei, Volkshochschule und Musikschule das Kulturzentrum einrichtete.

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Stolberg, St. Vinzenz Kinderheim (Aachen 13,5km Entfernung)

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 19.02.2019 09:20

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Ein reich bebildertes Geschichtsbuch existiert zu diesem Thema.

Vorstellung / Präsentation des Buches „Vom Kupferhof zum Kinderheim und Kulturzentrum“.

Bezüglich dem damaligen „St. Vinzenz Kinderheim in Stolberg“ und den „Ordensschwestern vom Armen Kinde Jesu“, den damaligen Betreibern dieses Kinderheims (ca 1929 bis ca 1970).

Adresse dieses damaligen St. Vinzenz Kinderheim: Frankentalstraße 3, 52222 Stolberg (Rhld).


QUELLE: Aachener Zeitung @ https://www.aachener-zeitung.de/lokales/stolberg/vom-kupferhof-zum-kulturzentrum_aid-28562647 :

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Stolberg:

Vom Kupferhof zum Kulturzentrum

7. OKTOBER 2004 UM 20:55 UHR | Lesedauer 3 Minuten

STOLBERG. Insgesamt 93 Jahre waren die Schwestern vom Armen Kinde Jesus in Stolberg tätig. Von ihrem karitativen und pädagogischen Wirken erzählt das im November erscheinende Buch „Vom Kupferhof zum Kinderheim und Kulturzentrum“.

VON UNSERER MITARBEITERIN KERSTIN RUSKOWSKI

Hans-Joachim Ramm, Vorsitzender des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereins, von dem das Buch herausgegeben wird, sieht in der Arbeit der Schwestern einen wichtigen Faktor für die Entwicklung des Stadtteils Mühle.

In dem 27. Band der Beiträge zur Geschichte Stolbergs hat die Autorin A. Katharina Schreiber nicht nur Materialien aus öffentlichen Archiven, sondern auch zahlreiche Quellen aus privaten Sammlungen und Archiven sowie mündliche Zeitzeugenberichte und bisher unveröffentlichte Bilder verwendet. Eines der im Buch erwähnten Einzelschicksale handelt von Marianne Münch, geborene May, die damals von den Schwestern in Haushaltung unterrichtet wurde und heute, wie Schreiber, in Vicht wohnt.

Zweite Schaffensphase begann 1897

In erzählender Weise, aber unter Berücksichtigung der Hintergründe und historischen Zusammenhänge, berichtet Schreiber von den fünf Phasen des Wirkens der Schwestern vom Armen Kinde Jesu. In der ersten Phase, die von 1855 bis 1875 andauerte, waren die Schwestern als Lehrerinnen an Stolberger Mädchenschulen tätig, kümmerten sich aber schon um die Betreuung von Waisenkindern. Untergebracht waren sie zu dieser Zeit in einem Nebengebäude des alten Rathauses. 1875 wurden dann Orden, die unterrichtend tätig waren, aus Deutschland vertrieben. Die Schwestern fanden in Simpelveld, wo sich noch heute das Generalmutterhaus befindet, eine neue Bleibe.

Die Neugründung der Niederlassung in der Prattelsackstraße, ungefähr an der Stelle, wo heute Aldi und Lidl ansässig sind, läutete 1897 die zweite Schaffensphase ein. Stolbergs damaliger Bürgermeister hatte die Schwestern zur Rückkehr aufgefordert, um Waisenkinder zu betreuen. Hinzu kamen bis Anfang der 1920er Jahre eine Sonntags-Haushaltungsschule sowie eine Handarbeitsschule und eine Kinderbewahranstalt (Kindergarten). Außerdem erwarben die Schwestern in dieser Zeit den Kupferhof Frankental, in den sie, nach größeren Umbaumaßnahmen, umziehen konnten.

Ehemals großes Gelände

Die dritte Phase begann Ende der 20er Jahre, als an der Frankentalstraße ein Neubau errichtet wurde. 1932 fingen die Schwestern an, auch Säuglinge und Kleinkinder zu betreuen. Daraus ergab sich 1936 die Gründung einer Kinderklinik.

Die Zeit des Zweiten Weltkrieges sowie die ersten Nachkriegsjahre umfassen die vierte Wirkensphase der Schwestern vom Armen Kinde Jesu. Zu dieser Zeit wurden mehrere Neubauten, die noch heute im Bereich des Kaplan-Dunkel-Platzes und der Kupfermeisterstraße zu finden sind, errichtet. Ein Mauerrest am Parkplatz des Kaufhauses Woolworth lässt noch heute erkennen, wie groß das Gelände des Kinderheims war.

Kulturzentrum 1989 eröffnet

Nach einer Zeit des Wandels fand das Schaffen der Schwestern nach der Übersiedlung der Kinderklinik zum Bethlehem-Krankenhaus 1966 mit der Schließung des St. Vinzenz-Kinderheims im Jahre 1970 sein Ende.

Zwei Jahre später kaufte die Stadt Stolberg den Gebäudekomplex, der zunächst für die Stadtverwaltung genutzt wurde. Bis zur Ausschreibung eines Architekten-Wettbewerbs 1985 wurden die Räumlichkeiten von vielen verschiedenen Nutzern mit sozialen Zielen in Anspruch genommen. Nach der Umstrukturierung konnte das Kulturzentrum Frankental am 4. November 1989 eröffnet werden. Seitdem beherbergt es die Stadtbücherei, die Volkshochschule und die Musikschule Merz sowie seit dem letzten Jahr den Spielmannszug der Stolberger Feuerwehr.

Mit Rheinlandtaler geehrt

Auch an einigen der anderen 26 Bände zur Heimatgeschichte hat Schreiber mitgewirkt. „Für ihre Arbeit wurde ihr 1996 der Rheinlandtaler verliehen“, merkt ihr Mann Helmut Schreiber an, der selbst 2. Vorsitzender des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereins ist und seine Frau bei der Arbeit an dem Band „Vom Kupferhof zum Kinderheim und Kulturzentrum“ von Anfang an unterstützt hat.

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Anmerkung: Schreiber, A. Katharina: Stolberger Heimat- und Geschichtsverein (Hrsg.): Vom Kupferhof zum Kinderheim und Kulturzentrum, Das Wirken der Schwestern vom armen Kinde Jesus in Stolberg in Berichten, Erinnerungen und Bildern, Stolberg 2004 (gebundenes Buch). Siehe @ https://www.amazon.de/Vom-Kupferhof-Kinderheim-Kulturzentrum-Stolberg/dp/B004QRBF84
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Stolberg, St. Vinzenz Kinderheim (Aachen 13,5km Entfernung)

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 20.02.2019 01:55

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Das reich bebilderte Geschichtsbuch zu diesem Thema wird bei einem Vortrag im Kulturzentrum in Stolberg am 19. November 2004 von der Autorin persönlich vorgestellt.

Vorstellung / Präsentation des Buches „Vom Kupferhof zum Kinderheim und Kulturzentrum“.

Bezüglich dem damaligen „St. Vinzenz Kinderheim in Stolberg“ und den „Ordensschwestern vom Armen Kinde Jesu“, den damaligen Betreibern dieses Kinderheims (ca 1929 bis ca 1970).

Adresse dieses damaligen St. Vinzenz Kinderheim: Frankentalstraße 3, 52222 Stolberg (Rhld).


QUELLE: Aachener Nachrichten @ https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/stolberg/ein-stueck-stolberger-geschichte_aid-28590609 :

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Stolberg:

Ein Stück Stolberger Geschichte

19. November 2004 um 19:47 Uhr | Lesedauer: 2 Minuten

STOLBERG. Katharina Schreiber versteht es, Menschen zu begeistern. Eindrucksvoll und bewegend, stellte die mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnete Hobby-Historikerin ein interessantes, bisher vernachlässigtes Kapitel Stolberger Sozialgeschichte dar.

VON DÖ

Vortrag und Präsentation des Buches „Vom Kupferhof zum Kinderheim und Kulturzentrum” gerieten im Rolandshaus zum außergewöhnlichen Erlebnis.

Überzeugende Schilderung

Anwesend waren auch Ordensfrauen der Schwestern vom armen Kinde Jesus, die das heutige Kulturzentrum und einstige St. Vinzenz-Kinderheim lange geleitet hatten. Beeindruckend waren die Schilderungen von Kriegserlebnissen, Versorgungsschwierigkeiten sowie Auf- und Umbauphasen des früheren St. Vinzenz-Kinderheimes an der Frankentalstraße.

Überzeugend schilderte die 65-jährige Autorin den Werdegang der vom Orden der Schwestern geleiteten Einrichtung an der Frankentalstraße, die einst Waisenhaus, Kinderklinik, verschiedene Schulformen und einen Kindergarten beherbergte. Zur Erinnerung: 1855 eröffnen die Schwestern in Nebengebäuden des alten Rathauses eine Niederlassung - Lehrschwestern übernehmen den Unterricht in Mädchenklassen. Während des Kulturkampfes (1875) verlassen die Ordensfrauen Stolberg. Erneut werden sie Ende des 19. Jahrhunderts tätig. Diesmal im „Opfergeltschen Haus“ (heute Supermarkt-Standort) an der Prattelsackstraße. 1904 erfolgte der Umzug in den alten Kupferhof Franken
82tal, einst Stammsitz der Familie von Asten, an der heutigen Kupfermeisterstraße (damals Feldstraße). 1929 wurde ein Neubau (heute Kulturzentrum) an der Frankentalstraße errichtet.

Zitate als „Würze“

1970 stellte der Orden der armen Schwestern vom Kinde Jesus nach 93-jähriger Tätigkeit in der Kupferstadt seine Aktivitäten ein. In der Folgezeit wandelte sich das ehemalige Kinderheim zur Verwaltungsaussenstelle, Flüchtlingswohnheim, Firmenbestriebsstätte und schließlich 1989 zum Kulturzentrum der Stadt Stolberg.

Immer wieder würzte Katharina Schreiber ihren Vortrag mit persönlichen Zitaten der Ordensfrauen, der einstigen Schülerinnen und Bewohner des früheren Kinderheimes an der Frankentalstraße. Das Buch ist reich illustriert und bietet eine schier unendliche Fülle von Bildmaterial.

Große Resonanz

Unterstützt wurde Katharina Schreiber von Ehemann Helmut, der die Gestaltung des umfangreichen Werkes übernahm. Eine große Resonanz fand der Verkauf des Buches im Anschluss an den Vortrag. Lange Schlangen bildeten sich, als Autorin Katharina Schreiber zahlreiche Bücher mit einer persönlichen Widmung versah.

Das Buch kostet 15 Euro und ist im örtlichen Buchhandel sowie während des Weihnachtsmarktes auf der Burg am Verkaufsstand des Geschichtsvereines erhältlich.

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Anmerkung: Schreiber, A. Katharina: Stolberger Heimat- und Geschichtsverein (Hrsg.): Vom Kupferhof zum Kinderheim und Kulturzentrum, Das Wirken der Schwestern vom armen Kinde Jesus in Stolberg in Berichten, Erinnerungen und Bildern, Stolberg 2004 (gebundenes Buch). Siehe @ https://www.amazon.de/Vom-Kupferhof-Kinderheim-Kulturzentrum-Stolberg/dp/B004QRBF84
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Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.
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