Runder Tisch Sexueller Missbrauch

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Runder Tisch Sexueller Missbrauch

Beitragvon Volker Thon » 10.06.2010 20:45

Hiermit möchte ich meiner Enttäuschung über den aktuellen Sachstand zur Bearbeitung sexuellen Missbrauchs in Institutionen durch den Runden Tisch der Bundesregierung Ausdruck verleihen.

Ausgehend von den im Grundgesetz verankerten Persönlichkeitsrechten und den Kinderrechtskonventionen der UN kann klar definiert werden, was als Grenzverletzung im pädagogischen Alltag zu werten ist. Betrachtet man Verletzungen der Kinderrechte als Handlungen die es zu vermeiden gilt, kann man nicht mehr nur Handlungen gegen die sexuelle Selbstbestimmung in den Fokus der aktuellen Diskussion nehmen. Meines Erachtens kann Prävention sexuellen Missbrauchs nur gelingen, wenn der Umgang mit allen Grenzverletzungen, Übergriffen und strafrechtlich relevanten Handlungen in Einrichtungen in einer neuen Weise betrachtet wird.

Täter gehen in der Regel gezielt vor und bereiten den Missbrauch durch Grenzverletzungen vor. Eine Grenzen wahrende Einrichtungskultur, in der die Kinderrechte als Ausgangspunkt der Erziehung angesehen werden, entzieht Missbrauchern den Boden für ihr Handeln. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Erziehungshilfe müssen befähigt werden eigene Grenzverletzungen zu erkennen, zu reflektieren und alternative Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Sie müssen in die Lage versetzt werden im Sinne einer beherzten Kollegialität Grenzverletzungen im Kollegium frühzeitig zur Sprache zu bringen. Ebenso müssen Kinder und Jugendliche ihre Rechte kennen und darin gestärkt werden diese einzufordern.

Die Wahrung der Kinderrechte als Grenze pädagogischen Handelns ist in der Erziehungshilfe auch heute noch nicht gängige Praxis. Grenzverletzungen, Übergriffe und sogar strafrechtlich relevante Handlungen im pädagogischen Alltag werden auch weiterhin häufig pädagogisch begründet. Eine Untersuchung der FH Dortmund hat gezeigt, dass mehr als die Hälfte der befragten Erzieherinnen und Erzieher davon ausgehen, dass körperliche Strafen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe vorkommen. In verschiedenen Diskussionsrunden mit Praktikern konnte ich feststellen, dass nur selten die Kinderrechte als Grenze pädagogischen Handelns vorbehaltlos anerkannt werden.

Es muss allerdings auch festgehalten werden, dass Erziehung nicht ohne Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte der jungen Menschen gelingen kann. Insbesondere dort wo Erzieherinnen und Erzieher Aufsichtsverantwortung haben, müssen sie die Möglichkeit haben Maßnahmen zum Schutz der Kinder- und Jugendlichen aber auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ergreifen. Vor allem auf diesem Gebiet besteht größte Unsicherheit in der Praxis.

Ziel des Runden Tisches muss es aus meiner Sicht sein, Strategien zur Prävention aller Grenzverletzungen, Übergriffe und strafbarer Handlungen zu entwickeln. Dazu gehört auch, dass nicht weiter ausschließlich von Missbrauch gesprochen wird. (Der Begriff Missbrauch legt im Übrigen die Sichtweise nahe, es gäbe einen rechtmäßigen Gebrauch von Kindern.). Der Runde Tisch muss umbenannt werden in „Runder Tisch Sexuelle Ausbeutung und Gewalt in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“!


Ich freue mich über Ihre Beiträge!

Volker Thon
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Re: Runder Tisch Sexueller Missbrauch

Beitragvon JustinMA » 23.03.2016 15:21

Auch ich habe immer wieder ähnliche Probleme bemerkt. Ich glaube, Sie müssen dafür bestraft werden!
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JustinMA
 
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