Gleiche Instutitionelle Kindesmisshandlung in der Schweiz.

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Gleiche Instutitionelle Kindesmisshandlung in der Schweiz.

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 17.11.2007 08:21

:!: Instutitionelle Kindesmisshandlung auch in der Schweiz ! Katholiken wollen um Verzeihung bitten - vielleicht sogar Entschädigung zahlen !

Dieser Text wurde zur Verfügung gestellt von Katholischer Mediendienst in der Schweiz:

Wir freuen uns, Ihnen die folgende Meldung zukommen zu lassen:

Katholiken wollen um Verzeihung bitten

EXPRESS:
• Katholische Amtsträger haben Zöglinge misshandelt.
• Die Kirche solle dazu stehen, finden Luzerner Katholiken.
• Die Kirchen-Exekutive will zunächst Expertisen erstellen.

Vor einer Woche haben die Parlamentarier der römisch-katholischen Landeskirche Luzern mit grosser Mehrheit ein Postulat überwiesen:

• Der Synodalrat, also die Exekutive der Landeskirche, solle die Schweizerische Bischofskonferenz auffordern, sich zu entschuldigen - und zwar für katholische Amtsträger, die «Verding-, Heimkinder oder Kinder, die ihnen anvertraut waren, psychisch und physisch unrecht behandelt» haben. Solches Unrecht wurde bis Mitte des 20. Jahrhunderts etwa im geistlich geführten Erziehungsheim Rathausen begangen.

• Der Synodalrat solle sich der Bitte um Entschuldigung anschliessen.

• Er solle das tun in Koordination mit anderen Landeskirchen und die Bildung eines Fonds für die Geschädigten unterstützen.

«Derzeit keine Kenntnisse»

Der Synodalrat hätte den Vorstoss lieber nicht entgegengenommen. Er habe «derzeit keine Kenntnisse von konkretem Missbrauch oder dessen Vertuschung» und wisse deshalb nicht, an wen er sich zu richten hätte. Ferner argumentierte die Exekutive: «Eine allgemein gehaltene, unspezifische Entschuldigung, zum Beispiel von der Landeskirche, die es zum Zeitpunkt der Vorfälle noch gar nicht gab, kann wirksam weder Schaden mindern noch Verletzungen heilen.»

«Schwarze Vergangenheit»

Umso interessanter, wie der Synodalrat nun die Forderungen des Parlaments umzusetzen gedenkt. Georg Fellmann, frisch gewählter Synodalratspräsident, sagte gestern auf Anfrage: «Man müsste wohl zuerst eine Expertise erstellen lassen. Es ist vieles noch offen: Wie tief wollen wir bei einer allfälligen Untersuchung gehen? Soll sie sich auf Heime allgemein beziehen? Oder nur auf Jugendheime?» Eine «Grundsatzfrage» sei, ob die Entschuldigung überhaupt «eine Aufgabe der Landeskirche Luzern ist oder etwas, das man auf schweizerischer Ebene in Angriff nimmt».

Für Hans Egli, einen von 17 Unterzeichnern des als Motion eingereichten Forderungspakets, sind die Fragen obsolet: «Es macht keinen Sinn, auf weitere wissenschaftliche Gutachten zu warten. Wir haben Kenntnis von dieser schwarzen Vergangenheit.» Er verweist auf vergangene und laufende Untersuchungen zum Thema und resümiert: «Man kann das nicht wegdiskutieren.» Nun sei es an der Zeit, dass die Kirche zu ihrer Verantwortung stehe und sich «mutig und in gebührender Form» entschuldige für Unrecht, das in die Verantwortung kirchlicher Institutionen gefallen sei.

Der Synodalrat will das Postulat zu den Verding- und Heimkindern am 5. Dezember behandeln. Dann könnte klarer werden, wie es nun weitergehen soll.

Von Andreas Töns

Quelle: Neue Luzerner Zeitung, 14.11.2007
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Die Frage stellt sich meinerseits: (A.) Wann wird die Katholische Kirche in Deutschland bereit sein, sich für genau solches und genau das gleiche gegen ehemalige Heimkinder in ihren damaligen Einrichtungen in Deutschland begangene Unrecht und genau die gleiche Rechtsstaatswidrigkeit, zu entschuldigen und Sühne zu tun? (B.) Wann wird die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bereit sein, sich für genau solche und genau das gleiche gegen ehemalige Heimkinder in ihren damaligen Einrichtungen in Deutschland begangene Unrecht und genau die gleiche Rechtsstaatswidrigkeit, zu entschuldigen und Sühne zu tun? (C.) Wann wird das Deutsche Parliament, der Deutsche Bundestag, die verschiedenen Deutschen Landtage - der Deutsche Staat - der ebenso schuldig ist, und an diesen Misshandlungen und Vergehen gegen ehemalige Heimkinder beteiligt war und massiv davon profitiert hat - bereit sein sich zu entschuldigen und Sühne zu tun? (D.) Wann wird die Deutsche Industrie, und große sowie auch kleine Wirtschaftsbetriebe und Individuen, in ganz Deutschland (im "Wirtschaftswunder Westdeutschland"), die ebenso, in einem großen Ausmaß, über Jahrzehnte hinweg, an diesen Misshandhandlungen und Ausbeutungen ehemaliger Heimkinder beteiligt waren und davon profitiert haben, bereit sein sich zu entschuldigen und Sühne zu tun?

Diese Fragen werden gestellt ( und schon seit den letzten vier Jahren gestellt ! ) von: Martin Mitchell ( Jugendamtsopfer - BRD-Heimerziehungsopfer - Ehemaliges Heimkind - westdeutscher Zwangsarbeiter / forced labourer - Fürsorgehäftling - Jahrgang 1946 - entflohen / ausgewandert nach Australien in 1964 )
Betreiber seit 17. Juni 2003 der nichtkommerziellen und ehrenamtlich von Australien aus betriebenen Webseite Heimkinder-Ueberlebende.org @ www.heimkinder-ueberlebende.org / www.care-leavers-survivors.org und mit den dazugehörigen Blogs www.heimkinderopfer.blogspot.com und www.heimkinderopfer2.blogspot.com.

Und dieser Beitrag wurde korrigiert, editiert und erweitert am Dienstag, 7. Oktober 2008 und folgende HINWEISE hinzugefügt"

1.) im Blog ebenso von einem ehemaligen Heimkind Sancta Nongrata WIDER DIE FOLTER, Beitrag vom Sonntag, 5. Oktober 2008 15:03 MEZ : Additum 518 – Heimkinder – goldige Kinder ? @ http://www.wider-die-folter.blogspot.com/

und

2.) im Blog ebenso von einem ehemaligen Heimkind Sancta Nongrata WIDER DIE FOLTER, Beitrag vom Montag, 6. Oktober 2008, 15:10 MEZ : Additum 519 – „Wer auf Geld baut, baut auf Sand“ @ http://www.wider-die-folter.blogspot.com/
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