Parlamentarische Untersuchung: damalige Heimerziehung in BRD

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Parlamentarische Untersuchung: damalige Heimerziehung in BRD

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 22.09.2006 07:08

Parlamentarische Untersuchung der damaligen Heimerziehung in der Bundesrepublik.

MdB (Mitglied des Deutschen Bundestages) Marlene Rupprecht, auf der Tagung im Kalmenhof, Idstein im Taunus (bei Kassel) (Veranstaltung des Landschaftsverband Hessen) am 09.06.2006, teilte mit …

„Ich bin Mitglied des Petitionsausschusses im Deutschen Bundestag, derzeit haben wir zwei Petitionen vorliegen, in denen es um die Situation der Heimerziehung geht. Es wurden Stellungnahmen von mehreren Ministerien angefordert; dem Bundesministerium für Justiz, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Hier sitzen die beiden Herren, die diese Petitionen bearbeiten, Sie haben heute somit die wichtigsten Personen als Ansprechpartner vor Ort. Wir haben auch hinterfragt, was in der ehemaligen DDR passiert. Auch diese Geschehnisse sind bis heute nicht aufgearbeitet - und auch nicht verarbeitet - worden.

Wenn wir die geforderte Anhörung im Deutschen Bundestag machen, dann muss auch dieses Thema mit aufgenommen werden. Wir wollen uns auch die Erfahrungen aus Irland berichten lassen; wie wurde dort eine Lösung für Entschädigungen gefunden? Folgende Fragen stellen sich:
Gibt es eine Form der Rentenanwartschaften; ist es möglich hier eine Regelung zu finden, die allen Betroffenen gerecht wird? Das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung arbeitet an dieser Problematik.

Gibt es eine Opferentschädigung oder Rehabilitation, bzw. welche Form der Rehabilitation kann es bei Menschenrechtsverletzungen geben?

Dazu wollen wir im Herbst eine öffentliche Anhörung im Deutschen Bundestag machen. Zu Wort kommen sollen nicht die Verbände, die Träger der Heimeinrichtungen sind und waren, sondern nur Betroffene, weil wir der Überzeugung sind, dass Sie zu aller erst Gelegenheit haben sollten, Ihr Anliegen vorzutragen.

Ich muss Sie hier um etwas Geduld bitten, denn eine solche Anhörung will gründlich vorbereitet sein, deshalb auch der Termin erst im Herbst dieses Jahres.“

QUELLE: Peter Wensierski’s Homepage, Journalist und Autor, u.a, von “Schläge im Namen des Herrn – Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik” http://www.schlaege.com oder http://www.wensierski.info

Marlene Ruprecht's Hompage http://www.marlene-rupprecht.de/

Desweiteren gehören zu den Ergebnissen der Tagung im Kalmenhof Idstein (vom 09.06.2006) unter anderem folgende konkrete Vereinbarungen:

- ein Arbeitstreffen von Heimkindern am Runden Tisch mit kirchlichen und staatlichen Betreibern der Heime findet statt

- auf diesen Treffen werden u.a. die konkreten Fragen der Anerkennung der früheren Arbeitszeiten für die Rente und der Wiedergutmachung angegangen

- eine Anhörung von Heimkinder vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages in Berlin noch in diesem im Herbst

- ehemalige Heimkinder wurden eingeladen, um an verschiedenen Fachhochschulen und Universitäten heutigen Pädagogik-Studenten von Ihren Erlebnissen und Erfahrungen zu berichten

- die zuständigen Ministerien wollen die noch vorhandenen Probleme bei der Akteneinsicht (z.B. bei Jugendämtern) abbauen. Der bisherige Chef der Diakonie, Jürgen Gohde, hat gesagt: “Besser eine Akte, die gegen uns spricht, als eine vernichtete Akte.”

- weitere breite wissenschaftliche Aufarbeitung der 50-er und 60-er Jahre in den Heimen, eine Wanderausstellung über die Heimerziehung und der Aufbau von Erinnerungsorten im Kalmenhof, in Breitenau, Freistatt und anderswo.

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Was die damalige katholische Heimerziehung in Deutschland betrifft, und wie jezt damit umgegangen werden soll, wird von dem katholischen Theologen und Caritas-President Peter Neher bekanntgegeben @ http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,400695,00.html auch aufrufbar @ CARTITAS-President Peter Neher im SPIEGEL-Interview vom 14.02.2006

Bild

Das bin ich, zweite von rechts, im Foto im Bethel-eigenen FREISTATT IM WIETINGSMOOR im Jahre 1963.

Ein Fallbeispiel aus der damaligen bundesrepublikanischen Fürsorgeerziehung in geschlossener Unterbringung und unter Arbeitszwang (meine eigene Leidensgeschichte, aufgeführt in chronologischer Reihenfolge anhand aktueller Dokumente aus meiner damaligen Fürsorgeakte) ist jezt hier zu finden @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Die_Leidensgeschichte_des_damalig_staatenlosen_Jugendlichen_Martin_Mitchell_in_westdeutscher_Fuersorgeerziehung_No01.html

Bild

Das bin ich unten links im Foto im Bethel-eigenen FREISTATT IM WIETINGSMOOR im Jahre 1963.

Desweiteren möchte ich alle Erzieher und Erzieherinnen, und alle Anwärter zu diesen und ähnlichen Berufen in Pädagogik, Sozialpädagogik und Heilpädagogik, auf das Folgende hinweisen:

"Pädagogik" / "Geschichte" Seminar - Universität Leipzig

Dr. Christian von Wolffersdorff
Email: cwolf@rz.uni-leipzig.de

Funktion im Wandel der Heimerziehung

Netzfundstück @
http://www.uni-leipzig.de

715010082 [ Nr. 178 ]

„Schläge im Namen des Herrn“? Geschichte,
178 Funktion und Wandel der Heimerziehung
SW für HF (EW) – Mi 11.15 – wöchtl – KHS B 36 – Wolffersdorff, Christian


Die Lehrveranstaltung geht aus von einer aktuellen Veröffentlichung des Spiegel-Verlages. In ihr werden die Leiden von Menschen dargestellt, die in den 50er und 60er Jahren in westdeutschen Erziehungsheimen untergebracht waren (Peter Wensierski: "Schläge im Namen des Herrn: Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"). Vor diesem Hintergrund geht das Seminar der ebenso langen wie wechselvollen Geschichte der Heimerziehung nach. Dabei werden die pädagogischen Konzepte, die in den Heimen zur Anwendung kamen, in ihrem zeitgeschichtlichen Zusammenhang betrachtet. Die Modernisierung und Öffnung der Heimerziehung infolge der Reformdiskussionen zu einem neuen Kinder- und Jugendhilfegesetz (70er bis 90er Jahre) bildet einen weiteren Schwerpunkt des Seminars. Auch die in letzter Zeit wieder verstärkt diskutierte geschlossene Unterbringung in Heimen der Jugendhilfe und in jugendpsychiatrischen Einrichtungen wird dabei zur Sprache kommen.

Literatur:
P. Wensierski: Schläge im Namen des Herrn, München 2006; Colla u.a.: Handbuch der Heimerziehung und Pflegkinderwesen in Europa, Neuwied 1999; C.v.Wolffersdorff u.a.: Geschlossene Heime: Kapitulation der Jugendhilfe? 2. Aufl. München 1996; Rüth/Pankofer/Freisleder: Geschlossene Unterbringung im Spannungsfeld von Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendhilfe, München 2006; Witte/Sander: Erziehungsresistent? „Problemjugendliche“ als besondere Herausforderung für die Jugendhilfe, Baltmannsweiler 2006

Empfehlung von Martin Mitchell aus Australien (Ehemaliges Heimkind, Jahrgang 1946 - ging durch die Hölle in den 60er Jahren, u.a., in Freistatt im Wietingsmoor - eine Teilanstalt der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel), Betreiber (seit 17.06.2003) von Heimkinder-Ueberlebende.org @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org
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Damalige “Heimerziehungsmethoden” in der BRD nicht "leg

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 23.10.2006 04:37

Damalige “Heimerziehungsmethoden” – und der vielfach damit verbundene “Reliogionszwang”
in der BRD weder “legal”, noch “normal” !!!


… aber, trotzdem, wurde es so gehandhabt
… und vom Staat sanktioniert und von Staat und Kirche, gleichermaßen, systematisch
ausgeführt und durchgesetzt – und das, fortdauernd, zuwider dem Grundgesetz !!!


Sechs professionelle Aussagen zu diesem Thema:

ERSTENS:

Betreffend SPIEGEL-Buch: "Schläge im Namen des Herrn – Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik", Buch-Rezension, Oktober 2006, von Prof. Barbara Rose, Sozialpädagogin, Rektorin bis 30.09.2006 – Evangelische Fachhochschule für Sozialpädagogik der "Diakonenanstalt des Rauen Hauses", Hamburg. ( Rezension veröffentlicht in dem zweimonatlichen evangelischen Magazin "Der Bote" ). Aufzufinden im Internet, u. a. @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Buch-Rezension_vom_Oktober_2006_von_Prof_Barbara_Rose_Sozialpaedagogin_re_SPIEGEL-Buch_-_Schlaege_im_Namen_des_Herrn_-_von_Buchautor_und_Journalist_Peter_Wensierski.html

ZWEITENS:

Artikel von Dr. Rosemarie Rose, Mitglied des Stiftungsrates MARIENSTIFTEV. LUTHERISCHE DIAKONISSENANSTALT, Braunschweig in der Braunschweiger Hauszeitschrift des Marienstiftes "Doppelpunkt" - Heft Nr. 3/2000, Seite 48-54. Aus der Geschichte des Marienstiftes [und anderen solcher Einrichtungen (wie, z. B. auch verschiedene Einrichtungen der "Rummelsberger Abstalten" in Bayern)]: So, ungefähr, sah es aus – über einen Zeitraum von zwischen 50 bis 70 Jahren – für ‘verwahrloste’ Mädchen unter dem "Jugendwohlfahrtsgesetz" in allen deutschen (Mädchen)Erziehungsanstalten / Mädchenheimen (ob evangelisch-lutherisch oder katholisch ! ), also auch in der Nachkriegszeit, im "Wirtschaftswunder Westdeutschland". Aufzufinden im Internet, u. a. @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/70_Jahre_evangelische_und_katholische_Maedchenerziehungsheime_in_Deutschland_No01.html
DRITTENS:

Heimerziehung: Lektüre / Tagungsbeitrag von Prof. Dr. Christian Schrapper – Professor für Pädagogik und Sozialpädagogik an der Universität Koblenz – an die Anwesenden der Veranstaltung am 9. Juni 2006 in Idstein im Taunus, mit Kommentaren, u. a., von Wolfram Schäfer (Philipps Universität Marburg) und Peter Wensierski (SPIEGEL - Berlin). Aufzufinden im Internet @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Lektuere_-_bzw._Tagungsbeitrag_von_Prof._Dr._Christain_Schrapper_-_Kalmenhof_in_Idstein_im_Taunus_-_09.06.2006.html
VIERTENS:

Heimerziehung: Tagungsbeitrag / Diskussionsbeitrag von Prof. Dr. Mechthild Wolff – FACHHOCHSCHULE LANDSHUT - University of Applied Science - Dekan & Auslandsbeauftragte, und ehrenamtliches Mitglied: Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH), am 9. Juni 2006, auf der vom Landeswohlfahrtsverband Hessen angesetzten Tagung in Idstein im Taunus. Aufzufinden im Internet @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Damalige_Heimerziehung_-_Tagungsbeitrag_von_Prof._Dr._Mechthild_Wolff_-_Internationale_Gesellschaft_fuer_erzieherische_Hilfen_-_am_09.06.2006_in_Idstein_im_Taunus.html

FÜNFTENS:

Fürsorgeerziehung im Nationalsozialismus – "Bewahrung" und "erbbiologische Aussiebung" von Fürsorgezöglingen [ Vermächtnis und Auswirkungen dieser Ideologien im Nachkriegsdeutschland und in der Bundesrepublik (1945 bis 1985) ] – Erweiterte Fassung eines Vortrags in der Gedenkstätte Breitenau in Guxhagen am 22.02.2000 von Wolfram Schäfer, Institut für Erziehungswissenschaft, Philipps-Universität Marburg @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Fuersorgeerziehung_im_Vaterland_-_1924-1991.html

SECHSTENS:

(A.) Das zum ersten mal in Deutschland am 1. Mai 1961 verwirklichte und am 1. Juni 1962 in Kraft tretende BEWAHRUNGSGESETZ wurde fünf Jahre später vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig – nicht im Einklang mit dem Grundgesetz – erklärt. Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Verfassungswidrigkeit von § 73 Abs. 2 und 3 Bundessozialhilfegesetz vom 18. Juli 1967 [Auszug aus dem Sachbuch / der Studie von Dr. Matthias Willing "Das Bewahrungsgesetz (1918-1967): Eine rechtshistorische Studie zur Geschichte der deutschen Fürsorge" im Mohr Siebeck Verlag, Tübingen © 2003, ISBN 3-16-148204-2]. Aufzufinden im Internet, u. a. @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/1961_Bewahrungsgesetz_1918-1967_verfassungswidrig.html

(B.) Aus dem Blickwinkel der damaligen heute noch lebenden weiterleidenden Opfer von Gewalt und Zwang in deutschen Fürsorgeanstalten (meistens kirchlicher Trägerschaft beider deutschen Amtskirchen) unter allen politischen Systemen, bis in die jüngsten Tage [ein Beitrag von Martin Mitchell, bassierend auf das Sachbuch / die Studie von Dr. Matthias Willing]; aufzufinden im Internet @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/Deutsches_Heimkinder_und_Anstaltswesen_1918_1985.html
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IN ENGLISCH: Parlamentarische Anhörung ehemaliger Heimkinder

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 28.11.2006 06:40

Hallo Allesamt !

In der Hoffnung, dass auch einige von Euch hier ziemlich gut Englisch verstehen, setzte ich jetzt einfach auch hier mal eine erweiterte englische Übersetzung mit eingehenden Erklärungen und Fußnoten in diesen Diskussions-Faden rein; denn diese professionelle juristisch verfasste englische Version der Petition “Ehemaliger Heimkinder” bevor dem Deutschen Bundestag, stellt, meiner Meinung nach, etwas genauer dar, was diese Petition im rechtwissenschaftlichen Sinne, ist und eigentlich erreichen will und soll – und hoffentlich dann auch erreichen wird, wenn sich der Deutsche Bundestag erstmalig damit befasst .


So “sehe” ich nicht nur meine Pflicht gegenüber meinen Mitmenschen, aber tue sie auch.

Horrific (hidden) POSTWAR GERMAN HISTORY unearthed !!! Justice at last for abused wards of the state being detained and slave laboured in ‘institutional care’ in (West) Germany by church and state (a couple of million of them between 1945-1975+; the exact number has not as yet been able to be determined) . However, whether these victims will in fact obtain justice remains to be seen.
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Hearing of former wards of the state who were being detained in ‘institutional care’ between 1945 and 1975, before the “Bundestag” Committee of the German Federal Parliament for receiving and hearing Petitions from concerned members of the public.

A hearing of former wards of the state who were being detained in 'institutional care' is to take place before the "Bundestag" Committee of the German Federal Parliament for receiving and hearing Petitions, on 11 December 2006.

The upcoming hearing is the result of a formal Petition brought before the Committee by the registered Association of former Wards of the State ("Verein ehemaliger Heimkinder e. V.") on behalf of its members by the chair of the Association [non-members, however, are not for that reason necessarily excluded from the Petition].

The pertinent points of the demands made contained in the Petition are:

[1] the formal recognition of former wards of the state who were being detained in 'institutional care' as victims of all manner of the violation of their human rights;

[2] formal and binding provisions to be made to meet in full all legitimate claims of the Petitioners that they may have against the State and be entitled to as a consequence of the formal recognition of the violation of their human rights;

[3] the formal condemnation as totally unacceptable even by yesteryears’ standards of the practices of detention, correction, discipline, incarceration, solitary confinement and "work therapy" [brute force and brutality, and in many instances practices of incarceration, solitary confinement, compulsion and discipline going far beyond those which were even back then referred to as "Black Paedagogy"] that were being used and applied in order to compel children and minors to comply with all orders they were given and all that was expected of them, including all work requirements, whilst detained in ‘institutional care’ in Germany during the period from 1945-1975;

[4] the clarification of the question of pension entitlements for forced unpaid slave labour that children and minors were compelled to perform in these institutions (predominantly in church enterprises enjoying total tax-free status) under the failure of their masters and proprietors at the time to pay relevant health and superannuation contributions in respect of the work performed;

[5] the formal recognition and admission that all forms of forced unpaid slave labour that children and minors were compelled to perform as wards of the state detained in 'institutional care' constituted an unlawful and illegal act on the part of the perpetrators, proprietors and enforcers alike;

[6] a formal undertaking and guarantee that all costs for short and long-term current and future treatment and therapy that these victims of institutional child abuse may require as a consequence of current, recurring and residual traumata, including all forms of post traumatic stress, resulting from their unjust and unconstitutional detention and abuse, will be met by the State, without fail;

[7] a scientific study of this whole ingnominious chapter in the social history of the German Federal Republic;

[8.] the consideration also, at the time when all these matters the subject of this Petition are being considered, of all similar events affecting former wards of the state who were being detained in 'institutional care' in the former East Germany [the former GDR – where the same ingnominious things happened to children and minors in 'institutional care', although to a far lesser extent than in the West];

[9] an actual open and public hearing before the "Bundestag" Committee of the German Federal Parliament for receiving and hearing Petitions, where former wards of the state who were being detained in 'institutional care' and are now the subject of this Petition are guaranteed an audience and will in fact be heard;

[10] an exhibition accurately depicting the institutional-life-situation of former wards of the state who were being detained in 'institutional care' in Germany during the period from 1945-1975 and of the conditions under which they were being detained and forced to perform unpaid slave labour, an exhibition which is not to exclude the desperate situation most of them found themselves in following their release, and many of them continue to find themselves in today, with a clear indication of how all these negative experiences shaped the remainder of their lives to almost every such individual’s serious detriment;

[11] the formal acknowledgement of full moral and legal responsibility by the State resulting from its failure to exercise duty of care (a) from the State-enacted and over decades applied child-internment policies and practices themselves and (b) from the totally inadequate supervision and control – in many cases indeed the total non-existence of supervision and control – over the institutions in which these children and minors were being detained by order of the State.

[12] the special creation of an independent Supervisory-Body overseeing all institutional care facilities currently existing or being planned (including all aged care facilities), in order to ensure, that similar abuses and human rights violations to those that former wards of the state detained in 'institutional care' had to suffer and endure in the past, in Germany, are not likely ever to occur again either in the present or in the future.

It is high time that Germany not only accept the constitutionally guaranteed and by international treaty covered Rights of the Child, but that it also without fail put into practice these Rights of the Child and that it leave no doubt at all that human rights in Germany apply to all citizen, adults and children alike, no matter what the age of any particular person.

It is high time that Germany begin to develop a real moral sensitivity to the grave injustices perpetrated when human rights of an individual are being violated and that it begin to realise and accept that abuse of the human Rights of the Child are equally a crime against humanity!

A detailed explanation and elucidation of the circumstances and conditions, under which former wards of the state who were being detained in 'institutional care' had to live and undergo unpaid slave labour, can be found under "Thema" [ @ http://www.vehev.org/Thema.html ].

A questionnaire for those of the former wards of the state detained in 'institutional care' who wish to participate in a survey, can be found here [ @ http://www.vehev.org/images/Fragebogen.pdf ].
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See too the article in English “Horrors of post-war German foster homes are exposed” in THE INDEPENDENT (United Kingdom) @ http://news.independent.co.uk/europe/article345281.ece (where it first appeared, but can no longer be found) and the reproduction of that article here @ http://www.heimkinder-ueberlebende.info ... _No01.html (at that location scroll down one third of the page on the monitor).

See too a short article in English by DIE WELTWOCHE, 17.02.2006(Switzerland) on this topic @ http://www.signandsight.com/features/622.html (at that location scroll down half-way on the page on the monitor).

See too the article in English [German] Group Claims Rampant Abuse in Children's Homes” by DEUTSCHE WELLE (German National Broadcasting Service) reproduced here @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/ ... 05.04.html .

See too the article in English “THE FORGOTTEN CHILDREN AND JUVENILES OF POST-WAR WEST-GERMANY (1945-1985) authored by a former ward of the state detained in 'institutional care' (in a Magdalene Sisters Laundries like institution in Dortmund in the 1960ies), Gisela Nurthen, the initiator of this whole campaign on behalf of the German "Heimkinder", who has unfortunately since passed away (†22 Dec. 2005) @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/ ... rmany.html .

See too the website in German of SPIEGEL-Journalist Peter Wensierski @ www.wensierski.info or www.schlaege.com the author of “Schläge im Namen des Herrn – Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik” = “Beaten in God’s Name – The hidden history of institutionalised children [Wards of the State] in the Federal Republic of Germany [1945-1975+]”.

See too the website (85% in German; 15% in English) of the Australian Martin Mitchell (D.o.B. 28.07.1946) (former ward of the state detained in 'institutional care' in a Protestant institution [fundamentalist Evangelical-Lutheran] “Freistatt” in an vast peat bog on the heath in Lower Saxony, West-Germany, in the 1960ies; who migrated to in Australia at age 17 in 1964) @ www.heimkinder-ueberlebende.org or www.freistatt.de.vu or www.diakoniefreistatt.de.vu or www.care-leavers-survivors.org (any of these URL will take you there).

What is expected of the German Government and the two official German Churches (Catholic and Protestant) who were – and continue to be – in partnership with the State, on the examples of (a) the Irish “institutional child abuse scandal” and its resolution, (b) the Canadian “residential schools” fiasco and its resolution and (c) the Australian “child migrants“, “stolen generation(s)” and “stolen wages” cases and their resolution (all of which are ongoing matters being dealt with in the various jurisdictions under Australia's federal system):

(a) Ireland:

for example @ http://www.theage.com.au/articles/2003/ ... m=storyrhs and @ http://findarticles.com/p/articles/mi_q ... i_n9026785 ; see too @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/ ... .2004.html ;

(b) Canada:

“Awaye!” 10 November 2006 - Healing the First Nations Summary: ... Download Audio 10112006A historic agreement to compensate victims of the notorious residential schools system is about to come into effect in Canada. The First Chief of the Assembly of First Nations, Phil Fontaine... Healing the First Nations Listen Now ... http://www.abc.net.au/rn/awaye/stories/2006/1782718.htm ;

see too:
1.) Institutional Child Abuse: Apologising for Serious Wrongdoing: Social, Psychological and Legal Considerations, Report of May 1999, Final Report authored by SUSAN ALTER, Researcher, prepared for Law Commission of Canada, @ http://web.archive.org/web/200312280807 ... pology.asp ;
2.) Law Commission of Canada: Institutional Child Abuse - Restoring Dignity: Responding to Child Abuse in Canadian Institutions.
(An Executive Summary of this Report is available under separate cover: ISBN: 0-662-64474-3 and CAT: JL2-7/2000-1); [ http://www.lcc.gc.ca ]. © Minister of Public Works and Government Services, 2000).
Full length Report, March 13, 2000: ISBN: 0-662-28154-3 and CAT: JL2-7/2000-2E @ http://www.lcc.gc.ca/research_project/c ... use-en.asp ;
3.) Short Version of Report under point No. 1.) hereof, prepared by Martin Mitchell as far back as 9. December 2003 and sent to all relevant German Federal Government Departments @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/ ... ANADA.html ;

(c) Australia:

1.) @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/ ... D-UNI.html ;
2.) @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/ ... .2004.html ;
3.) @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/ ... .2004.html ; and
4.) @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/ ... .2004.html .

The German version of the above document translated from German into English may be viewed @ Heimkinder Petition [above, or @ http://www.vehev.org/index.html ].

ENGLISH TRANSLATION: translated, refined and reformulated by Martin Mitchell.

The uppermost Introductory Heading outside the main text box containing the petition was formulated and added by Martin Mitchell.

This English language document, without any alterations being made to it, may be copied, reproduced and republished at will, by whatever means, anywhere, without prior permission of the translator and its original publisher.

Mit freundlichen Grüssen aus dem heißen (immer heißer werdenden), wasserarmen Australien !

Martin Mitchell
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Ehemalige Heimkinder - Pressegespräch - Montag, 11.12.2006

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 03.12.2006 06:58

Ehemalige Heimkinder - Pressegespräch - Montag, 11.12.2006 - in Berlin.

Am Montag, den 11. Dezember 2006, um 17 Uhr - Pressegespräch zur (am gleichen Tage) vorhergehenden “Anhörung ehemaliger Heimkinder vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages” im Saal von Gangway e. V. , Schumannstraße 5, 10117 Berlin [ Berlin-Mitte ].

Nach der “Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zu der Petition des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V.” findet im Saal von Gangway e. V., Schumannstraße 5, Berlin-Mitte, um 17 Uhr, ein Pressegespräch statt. Danach Lesung von Lebensberichten Betroffener und offenes Gespräch mit Erläuterungen zu einem unrühmlichen Kapitel deutscher Sozialgeschichte der Nachkriegszeit.

Wegbeschreibung zum Saal von Gangway e. V.:

Nach Anreise mit der Bahn
Vom S-Bahnhof sowohl wie U-Bahnhof „Berlin-Friedrichstraße“. Von dort aus über die unter dem S-Bahnhof liegenden Schienenstrang entlang führende Spree-Fußgängerbrücke gehen. Den am Spreeufer entlanglaufenden Schiffbauerdamm überqueren. Weiter in die direkt voraus liegende Albrechtstraße und diese bis zum Ende durchgehen (an der Marienstraße vorbei und über die Reinhardtstraße hinüber). Am Ende der Albrechtstraße links in die Schumannstraße einbiegen. Schumannstraße 5 liegt auf der linken Straßenseite. (Fußweg ca. 5 Min.)

Dies ist das Gebäude in dem sich der Saal von Gangway e. V. befindet:

Bild

Betreffend Gangway e. V. selbst, siehe @ http://www.gangway.de/cms/asp/user.asp? ... &cat2id=13 und @ http://www.gangway.de/cms/asp/user.asp? ... y&cat1id=1
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Ehemalige Heimkinder verlangen ihr Recht - Medien Berichte.

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 16.12.2006 10:59

Liebe Freunde, Mitstreiter, Unterstützer und Interessierte.

Die eingehensten bisherigen Berichte und Zusammenfassungen über das was auf der am Montag den 11. Dezember 2006 stattfindenden nicht-öffentlichen (drei-stündigen) Anhörung Ehemaliger Heimkinder vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags geschah und was es bewirkt hat und was es auch weiterhin bewirken soll und ( hoffentlich ! ) bewirken wird, sind jetzt hier zu finden:

1.) Aktuelle Ausgabe Aachener Nachrichten vom 13.12.2006, online gestellt @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/ ... .2006.html
2.) Der Tagesspiegel-online vom 13.12.2006 @ (a) http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/13 ... 960063.asp und (b) www.heimkinder-ueberlebende.org/Leitend ... .2006.html
3.) HZ-online vom 15.12.2006 @ http://www.hz-online.de/index.php?mode= ... &id=265616
4.) BIETIGHEIMER ZEITUNG ONLINE @ http://www.bietigheimerzeitung.de/html/ ... el=2582604
5.) RBB-online vom 12.12.2006 (zum lesen; und zum hören) @ http://www.inforadio.de/static/dyn2sta_ ... icle.shtml
6.) RBB-online STILBruch @ http://www.rbb-online.de/_/stilbruch/be ... 83166.html
7.) Weitere Medien-Berichte zum Thema, sobald uns diese bekannt werden, werden immer sofort hier angegeben @ www.schlaege.com/html/aktuelles.html / www.wensierski.info/html/aktuelles.html

Eine öffentliche ( irgendwo veröffentlichte ) offizielle Stellungnahme der Deutschen Bundesregierung selbst, zu dieser Sache, bleibt jedoch – bisher – weiterhin aus (was für mich, als Ausländer, überhaupt nicht nachvollziehbar ist).

Leider besteht auch keine Garantie, dass die oben aufgeführten Medien-Berichte, überall wo sie jetzt erscheinen – online – bestehen bleiben werden ( / bestehen bleiben dürfen ).

Mit herzlichen Grüssen aus dem heißen (immer heißer werdenden), wassersarmen Australien.

Wünsche Euch allen auch Fröhliche Weihnachten und eine Guten Rutsch ins Neue Jahr !

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Absolutes Verbot aller Formen von Zwangsarbeit/Pflichtarbeit

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 10.04.2007 03:23

War “Zwangsarbeit” / “Pflichtarbeit” / “Arbeitstherapie” / “Arbeitserziehung” / “Arbeitervermietung” / “unentlohnte erzwungene Arbeit” damals legal in der Bundesrepublik Deutschland, oder nicht? Ist es heute legal in der Bundesrepublik Deutschland?

Absolutes Verbot aller Formen von Zwangsarbeit (Pflichtarbeit) !, oder nicht ?

Eine Frage, die doch bestimmt auch wichtig ist für alle heutigen "Pflichtarbeiter" in Deutschland (und relevant auch betreffend anderer Dinge, die vielleicht bald auch wieder eingeführt werden könnten in der BRD), meint Ihr nicht?


Ist meine Auslegung von des völkerrechtlichen IAL-Übereinkommens C029 richtig ?

Absolutes Verbot aller Formen von Zwangsarbeit (Pflichtarbeit) !

Von Deutschland am 13.06.1956 ratifiziertes Völkerrechtliches IAO Übereinkommen

Absolutes Verbot aller Formen von Zwangsarbeit (mit einer genauen Definition all dieser)

IAO Übereinkommen @ http://www.ilo.org/ilolex/german/docs/convdisp1.htm

Übereinkommen 29 – Übereinkommen über Zwangs- oder Pflichtarbeit, 1930

Artikel 2

1. Als "Zwangs- oder Pflichtarbeit" im Sinne dieses Übereinkommens gilt jede Art von Arbeit oder Dienstleistung, die von einer Person unter Androhung irgendeiner Strafe verlangt wird und für die sie sich nicht freiwillig zur Verfügung gestellt hat.

2. Als Zwangs- oder Pflichtarbeit im Sinne dieses Übereinkommens gelten jedoch nicht
[ … ]
(c) jede Arbeit oder Dienstleistung, die von einer person auf Grund einer gerichtlichen Verurteilung verlangt wird, jedoch unter der Bedingung, daß diese Arbeit oder Dienstleistung unter Überwachung und Aufsicht der öffentlichen Behörden ausgeführt wird und daß der Verurteilte nicht an Einzelpersonen oder private Gesellschaften und Vereinigungen verdingt oder ihnen sonst zur Verfügung gestellt wird;


Relevante Auszüge aus

http://www.ilo.org/public/german/standa ... ep-i-b.pdf

Bericht des Generaldirektors

Eine globale Allianz gegen Zwangsarbeit

Gesamtbericht im Rahmen der Folgemaßnahmen zur Erklärung der IAO über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit

INTERNATIONALE ARBEITSKONFERENZ - 93. TAGUNG 2005

Bericht I (B) (Rev.)

INTERNATIONALES ARBEITSAMT – GENF

@ S. 5ff

TEIL I

Verständnis und Messung der Zwangsarbeit in der heutigen Zeit

1. Zwangsarbeit B] : Definitionen und Konzepte[/B]

[ ………. ]

Bestimmung der Merkmale von Zwangsarbeit
12. […] Die andere grundlegende IAO-Urkunde, das Übereinkommen (Nr. 105) über die Abschaffung der Zwangsarbeit, 1957, bestimmt, daß Zwangsarbeit niemals für Zwecke der wirtschaftlichen Entwicklung oder als Mittel politischer Erziehung, als Maßnahme der Diskriminirung, als Maßnahme der Arbeitsdisziplin oder als Strafe für die Teilnahme an Streiks eingesetzt werden darf (Article 1). […]

13. […] Zwangsarbeit stellt eine schwere Menschenrechtsverletzung und Einschränkung der menschlichen Freiheit dar, wie sie in den einschlägigen IAO-Übereinkommen und in anderen internationalen Instrumenten über Sklaverei, sklavereiähnliche Praktiken, Schuldknechtschaft oder Leibeigenschaft definiert wird.

14. Die IAO-Definition der Zwangsarbeit umfaßt zwei grundlegende Elemente: Die Arbeit oder Dienstleistung wird unter Androhung einer Strafe verlangt und sie wird unfreiwillig verrichtet. […] Bei der [angedrohten] Strafe braucht es sich nicht um strafrechtliche Maßnahmen zu handeln, sondern sie kann auch die Form eines Verlustes von Rechten und Privilegien annehmen. […]

[ ………. ]

16. […] Eine Zwangsarbeitssituation wird jedoch durch die Art der Beziehung zwischen einer Person und einem "Arbeitgeber" und nicht durch die Art der verrichteten Tätigkeit bestimmt, wie schwer oder gefährlich die Arbeitsbedingungen auch immer sein mögen. Auch ist die Rechtmäßigkeit oder Unrechtmäßigkeit der Tätigkeit gemäß der innerstaatlichem Gesetzgebung [oder ein privates Arrangement oder eine Dispensation die Unrecht-mäßigkeit zu dulden] nicht maßgeblich für die Bestimmung, ob es sich um erzwungene Arbeit handelt oder nicht. […] Auch braucht eine Tätigkeit nicht offiziell als "Wirtschaftstätigkeit" anerkannt zu werden, um unter den Begriff "Zwangsarbeit" fallen zu können. So wird ein kindlicher oder erwachsener Bettler [Knecht, Diener oder Putzer], der unter Zwang tätig ist, als Zwangsarbeiter angesehen.

[ ………. ]

Ein universelles Konzept mit innerstaatlichen Abweichungen
29. Ein wesentliches Prinzip, daß Maßnahmen gegen Zwangsarbeit zugrunde liegt, besteht darin, daß diese Praxis als ein schweres Verbrechen behandelt werden muß. Wie in dem ersten einschlägigen Übereinkommen der IAO klar festgestellt wird, ist die illegale Auferlegung von Zwangsarbeit unter Strafe zu stellen, und die Mitglieder, die das Übereinkommen ratifizieren, sind verpflichtet, dafür zu sorgen, daß die ergriffenen Strafmaßnahmen wirksam sind und streng vollzogen werden (Artikel 25). […]

30. […] In allen Gesellschaften besteht ein Risiko flagranter Formen von Zwangsarbeit, bei denen sowohl die einzelnen Opfer als auch die einzelnen Täter ermittelt werden können. In solchen Fällen müssen die Täter mit der vollen Härte des Gesetzes als Verbrecher bestraft werden. Die Opfer [von Zwangsarbeit] müssen durch Rechtsvorschriften, Maßnahmen und Programme unterstützt werden, und sie müssen in den Genuß von geeigneten Rehabilitationsmaßnahmen kommen und Arbeit mit angemessener Entlohnung erhalten.

[ ………. ]

Und um noch einmal besonders hervor zu heben

@ S. 6 – Box 1.1

Ermittlung von Zwangsarbeit in der Praxis

Fehlende Einwilligung in die (Unfreiwilligkeit der) Arbeit (der "Weg" in die Zwangsarbeit)
* "Sklaven"- oder Schuldknechtschaftsstatus aufgrund von Geburt/Abstammung
* Verschleppung oder Entführung
* Verkauf einer Person an jemand anders
* Inhaftierung am Arbeitsort – in Gefängnis oder in privater Haft
* Psychologischer Zwang, d.h. ein Arbeitsbefehl, verstärkt durch eine glaubwürdige Androhung einer Strafe bei Nichtbefolgung des Befehls
* Herbeigeführte Verschuldung (durch Buchfälschung, überzogene Preise, Wertminderung der erzeugten Güter oder Dienstleistungen, Wucherzinsen usw
* Täuschung oder falsche Versprechungen hinsichtlich der Art und Bedingungen der Arbeit
* Einbehaltung und Nichtzahlung von Löhnen
* Einbehaltung von Ausweisen oder anderen wertvollen persönlichen Sachen

Androhung einer Strafe [B](das Mittel), um jemanden in[/B] Zwangsarbeit zu halten
Tatsächliche oder glaubwürdige Androhung von:
* Körperliche Gewalt gegen den Arbeitnehmer oder Familienangehörige oder enge Mitarbeiter
* Sexuelle Gewalt
* Übernatürlichen Vergeltungsmaßnahmen
* Freiheitsentzug oder sonstiger Inhaftierung
* Finanziellen Strafen
* Denunzierung bei den Behörden (Polizei, Einwanderungsbehörden usw) und Abschiebung
* Entlassung aus der derzeitigen Beschäftigung
* Ausschluss von künftiger Beschäftigung
* Ausschluss aus dem gemeinschaftlichen und sozialen Leben
* Entzug von Rechten oder Privilegen
* Entzug von Nahrung, Unterkunft oder sonstigen Notwendigkeiten
* Versetzung an einen Arbeitsplatz mit noch schlechteren Arbeitsbedingungen
* Verlust des sozialen Status

Nach diesen von Deutschland ratifizierten Kriterien dieses völkerrechtlichen Übereinkommens (IAO-Übereinkommen C029), was die damalige Situation institutionalisierter "Ehemaliger Heimkinder" "in ‘Arbeitstherapie’" betrifft, sind die Kirchen, ist der Staat, und ist das Kapital "schuldig", "schuldig", "schuldig", wie angeklagt, ohne jeden Zweifel !

Zusammengestellt und zur Verfügung gestellt von Martin Mitchell in Australien (Karfreitag – 7. April 2007)

Einzig verantwortliche Person für diese Veröffentlichung: Martin Mitchell in Australien: © 2007.

Darf weiterveröffentlicht und weiterverbreitet werden (mehrfarbig, genau so wie es ist), mit Deiner eigenen Einleitung (wenn Du möchtest) und mit Quellenangabe und Urheberrechtserwähnung !

Martin Mitchell

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"Gerechtigkeit für ehemalige Heimkinder!"

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 21.07.2007 08:02

Die GRÜNEN (als eine Parteieinheit auf Bundesebene) und die FDP (als eine Parteieinheit auf Bundesebene) haben den ehemaligen Heimkindern jetzt ihr Verständnis und ihre Sympathie mitgeteilt und ihre zukünftige Unterstützung zugesagt:

Frage zum Thema: Inneres und Justiz @
http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_guid ... tml#fragen

01.06.2007 - Frage von Martin Mitchell

Gerechtigkeit für ehemalige Heimkinder. -
Position der FDP?


Sehr geehrter Herr Westerwelle.

Welche Stellung bezieht die FDP zu der "Problematik" der damaligen Misshandlung und Ausbeutung EHEMALIGER HEIMKINDER in kirchlichen sowohl wie staatlichen Heimen und Anstalten im "Wirtschaftwunder Westdeutschland"?

Vertritt die FDP die gleiche oder eine unterschiedliche Meinung,
diesbetreffend, wie die GRÜNEN in ihrer Presseerklärung vom 25.04.2007 und dem dieser Presseerklärung ( aufrufbar @
www.josef-winkler.de ) angeschlossenen ECKPUNKTPAPIER vom 24.04.2007 ( aufrufbar @ www.gruene-bundestag.de )?

Mit vorzüglicher Hochachtung !

Martin Mitchell


Frage zum Thema: Inneres und Justiz @
http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_guid ... tml#fragen

10.07.2007 - Antwort von Dr. Guido Westerwelle

Re: Gerechtigkeit für ehemalige Heimkinder. -
Position der FDP?


Sehr geehrter Herr Mitchell,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht vom 4. Juni 2007 und für Ihr Interesse an der Programmatik der FDP.

Wir Liberale nehmen das Thema der Heimunterbringung und Heimerziehung von Kindern und Jugendlichen in den 50er und 60er Jahren und teilweise noch bis in die 70er Jahre hinein sehr ernst. Nach allem, was in diesem Zusammenhang bisher bekannt geworden ist, bedarf die Thematik dringend der weiteren historischen Aufarbeitung. Die Träger und ehemaligen Träger der Heime fordern wir auf, ihren Beitrag zur Aufklärung zu leisten, die Verantwortung für geschehenes Unrecht zu übernehmen und die Opfer von Entwürdigung und Misshandlung angemessen zu rehabilitieren. Über weitere Maßnahmen werden die Freien Demokraten dann auf der Grundlage neuer Erkenntnisse zu entscheiden haben.

Nochmals vielen Dank für Ihre Zuschrift und Ihre Frage. Ihnen persönlich alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Guido Westerwelle, MdB

Von den Koalitionspartnern, der CDU/CSU (als Parteieinheit auf Bundesebene) und der SPD (als Parteineinheit auf Bundesebene) und auch von der LINKEN (als Parteineinheit auf Bundesebene) gibt es bis zum heutigen Tage keine Stellungnahme zu diesem Thema. Sobald jedoch, jeweilig, eine Stellungnahme dieser drei Bundesparteien eintrifft, werde ich Euch auch darüber Bescheid geben.

In der Zwischenzeit veröffentlicht old codger aus Australien: “Engagierter Bürger” und “Ehemaliges Heimkind” Martin Mitchell zwei Fotos der Zwangsarbeit im Moor, die er und zehntausend andere jugendliche Insassen im nachkriegszeitlichen westdeutschen "Wirtschaftswunder", im Sommer sowie auch im Winter in "Freistatt", unentlohnt haben verrichten müssen.

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TAGESSPIEGEL 26.06.2008 - „Das Schweigen ist durchbrochen“

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 28.06.2008 09:35

Hallo allesamt !

Möchte alle von Euch, die es interessiert, unbedingt auf die neusten Nachrichten aus DER TAGESSPIEGEL vom 26.06.2008 unterrichten.
@ http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Heimkinder;art122,2559052 kann sich es jeder selbst ansehen und runterladen: »PETER WENSIERSKI - „Das Schweigen ist durchbrochen“- Der Journalist und Buchautor Peter Wensierski spricht mit dem Tagesspiegel über Heimkinder der 50er und 60er«

Möchte Euch alle auch ganz speziell darauf aufmersam machen und darauf hinzuweisen: Jeder / jede von Euch, jung und alt - ob aus Ost oder West, Nord oder Süd - kann und darf auch dort beim DER TAGESSPIEGEL seinen / ihren eigenen kritischen oder komplimentarischen Kommentar zu diesem Artikel - d.h. über das Thema »PETER WENSIERSKI - „Das Schweigen ist durchbrochen“- Der Journalist und Buchautor Peter Wensierski spricht mit dem Tagesspiegel über Heimkinder der 50er und 60er« und das Vorankommen und die weiteren Erwartungen, Wünsche, Ziele und Hoffnungen "Ehemaliger Heimkinder der alten Bundesländer" - abgeben.

Mann muß sich natürlich erst einmal dort beim DER TAGESSPIEGEL registrieren und dann angemeldet sein um einen Kommentar dort abzugeben. Aber solange ein Kommentar, den man dort abgibt nicht einfach nur blöd, zänkerisch oder beleidigend ist oder wirken soll, und sachbezogen bleibt, wird er sicherlich auch dort freigeschaltet werden.

Um einen Kommentar zu diesem Artikel beim DER TAGESSPIEGEL @ http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Heimkinder;art122,2559052 abzugeben, muß man dort - nachdem man sich registriert hat und angemeldet ist -"Kommentar hinzufügen" oder "auf diesen Kommentar antworten" anklicken.

Mit freundlichen Grüßen aus Australien.

Martin

( hier in Adelaide, Süd Australien, von wo aus ich schreibe, ist es Samstag, 28. Juni 2008, 09:35 Uhr [ Eastern Standard Time (EST) ] - Auf meiner eigenen Webseite Heimkinder-Ueberlebende.org @ www.heimkinder-ueberlebende.org / www.care-leavers-survivors.org befindet sich eine Uhr für Berlin (Index-Page, oben, auf der linken Seite) und eine Uhr für Adelaide (Index-Page, oben, auf der rechten Seite) )
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Warum wurden „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht bezahlt?

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 08.08.2008 11:41

Warum wurden damalige „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ nicht für ihre Arbeit bezahlt?

Was war eigentlich die nachkriegsdeutsche postfaschistische Kategorisierung verschiedener Bevölkerungsgruppen in der Bundesrepublik Deutschland ( vor der Wiedervereinigung Deutschlands ) ?

Der Hauptgrund warum „Heimkinder-Zwangsarbeiter“ / „Fürsorgezöglinge“ / „Mädchen und Jungen, die in ‚Westdeutschland’ der ‚Freiwilligen Erziehungshilfe’ unterstanden“ für die schwere manuelle Arbeit, die sie überall in den alten Bundesländern ( im „Wirtschaftswunderland Westdeutschland“ ) verrichten mußten – unter schweren Strafen gezwungen wurden zu verrichten ! – nicht entlohnt wurden, war, daß sie wie „körperlich behinderte“ und „geistig behinderte“ Personen auch, von ihren „Erziehern“ und „Aufsehern“ ( von denen über die „Untermenschen“ „Verfügenden“ ) als „minderwertige“, „schwächere Bewohner“ / „Anstaltsbewohner“ / „Heimbewohner“ ‚angesehen’, ‚begutachtet’, ‚kategorisiert’ und ‚klassifiziert’ wurden – „diese ‚schwererziebaren’, ‚minderwertigen’, ,sündhaften’ Wesen, denen mit allen Mitteln Fleiß, Zucht und Ordnung beizubringen war“ – die man einer „Sonderbehandlung“ unterziehen durfte und die man gemäß speziell für sie formulierten „Sonderregelungen“ mit ein paar Pfennigen oder Groschen „Taschengeld“ / „Dollenmoos“ abfertigen durfte; da es ja sonst, wenn man ihnen gemäß den bestehenden Arbeitsmarktrichtlinien eine anständige Entlohnung hätte zahlen müssen, dies „tiefgreifende Einschnitte in die lukrativen Einnahmequellen der Unternehmen und Betriebe verursacht hätte“.

Die „Mächtigen“ und „Übermächtigen“ hatten es damals als „Ausnahmezustand“ anhand „innerstaaatlichen Sonderbestimmungen“ zu ihrem eigenen Vorteil einfach so bestimmt und eingerichtet, um die „Schwächeren“ ausnutzen und sich an ihnen bereichern zu können; und es wird in vielen Fällen auch heute noch in der Bundesrepublik Deutschland ( im jetzigen vereinigten Deutschland ) weiterhin so fortgesetzt.

In der Formuliering meinerseits dieser Schuldvorwürfe an Gesellschaft, Kirche, Staat und Kapital stütze ich mich, unter anderem, auf die folgenden Quellen:

1.) Zum Thema RECHT UND GERECHTIGKEIT, UND RECHTSSTAATLICHKEIT – 2008 Vortrag von Prof. Dr. Manfred Kappeler ( Erziehungswissenschaftler im Ruhestand ): »Überlegungen zum Umgang mit Vergangenheitsschuld in der Kinder- und Jugendhilfe« betreffend den „Ehemaligen Heimkindern der alten Bundesländer“. @ zum Vortrag von Prof. Dr. Manfred Kappeler

2.) Augenöffnende Textauszüge, unter anderem, von »Bethel und das Geld: die ökonomische Entwicklung der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel; 1867-1998 / Bethel« herausgegeben Wolfram Korn - Bielefeld: Bethel-Verlag, 1998 - ISBN 3-922463-89-4 ( 146 Seiten ) mit Beiträgen von Bärbel Bitter, Karl-Heinz Hongsmeier, Rainer Norden und Walter Schroeder: »Bethel nach 1945 - Wiederaufbau und Fortsetzung der Arbeit im Geiste der Väter« @ »Bethel und das Geld« und weitere Text-Beweise

3.) Absolutes Verbot aller Formen von Zwangsarbeit (Pflichtarbeit) !, oder nicht ? War "Zwangsarbeit" / "Pflichtarbeit" / "Arbeitstherapie" / "Arbeitserziehung" / "Arbeitszucht" / "Arbeitszwang" / "Arbeiterverdingung" / "unentlohnte erzwungene Arbeit" damals legal in der Bundesrepublik Deutschland, oder nicht? War so etwas legal in den 1950er, 1960er, 1970er und 1980er Jahren? Ist es heute legal in der Bundesrepublik Deutschland? Sind nicht die Nutzung und Nutznießung von Zwangsarbeit völkerrechtliche Verbrechen und stellen diese nicht schwere Menschenrechtsverletzungen und Einschränkung der menschlichen Freiheit dar? @ Völkerrechtliches Übereinkommen: Absolutes Verbot aller Zwangsarbeit

4.) Angemerkt von Peter Braun, am 14.02.2006 – Unselige Anstaltstraditionen in Deutschland endlich beenden! @ Der Vorsitzende des „Allgemeiner Behindertenverband in Mecklenburg-Vorpommern e. V.“ meldet sich zu Wort

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MISSHANDELTE HEIMKINDER - Das Recht der Betroffenen.

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 05.09.2008 10:19

Kurze Bestätigung von Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Manfred Kappeler persönlich betreffend seines oben, unter Punkt 1, von mir erwähnten Vortrages ( die ich gerade erst heute - 05.09.2008 - erhalten habe )

"Liebe Frau Eppert [ * ]

mir geht es gut - Ihnen hoffentlich auch?

Der Vortrag [ »Überlegungen zum Umgang mit Vergangenheitsschuld in der Kinder- und Jugendhilfe« betreffend den „Ehemaligen Heimkindern der alten Bundesländer“ ] war mein Beitrag auf einer Veranstaltung der Universität Koblenz zur Geschichte der Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland am 5. März 2008. Offensichtlich hat die Uni Koblenz ( Prof. Dr. Christian Schrapper ) den Vortrag ins Internet gestellt. Herr Mitchell kann ihn auf seiner Webseite veröffentlichen und ihn auch ohne Einschränkungen weiter veröffentlichen.

[ * Frau Regina Eppert ist 2. Vorsitzende im Verein ehemaliger Heimkinder e. V. ( VEH ) ( http://www.veh-ev.org ) ]"

Dieser Vortrag von Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Manfred Kappeler »Überlegungen zum Umgang mit Vergangenheitsschuld in der Kinder- und Jugendhilfe« betreffend den „Ehemaligen Heimkindern der alten Bundesländer“ vom 15.03.2008 @ Vortrag von Prof. Dr. Manfred Kapeller vom 15.03.2008 wird ohne Gebühr jedem / jeder zur Verfügung gestellt der / die davon Nutzen machen möchte.

Zur Verfügung gestellt und hier zur Diskussion gestellt - zum prüfen und überprüfen für jede Frau, jeden Mann, jedes Kind und jeden Jugendlichen, von Martin Mitchell in Australien

Hoffe Euch allen hiermit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen aus Australien.

Martin

Martin Mitchell, "Ehemaliges Heimkind" / "ex-Freistätter Fürsorgezögling",
beschäftigt sich eingehend mit der "Heimkindersache" schon seit Januar 2003.

Martin Mitchell, "Ehemaliges Heimkind" in einem evangelisch-lutherischen Zwangsarbeitslager im Moor - FREISTATT - im "Wirtschaftswunderland Westdeutschland" in den 1960er Jahren ( *28.07.1946 in West-Berlin und seit 1964 ansässig in Australien ).

Martin Mitchell, "Ehemaliges Heimkind", Betreiber seit dem 17. Juni 2003 der nichtkommerziellen, selbstfinazierten, und ehrenamtlich betriebenen Webseite Heimkinder-Uberlebende.org @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org / http://www.care-leavers-survivors.org
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Vorhandenes Archivmaterial eindeutig belegt Zwangsarbeit, ..

Beitragvon Ehemaliges Heimkind » 23.09.2008 10:26

Vorhandenes Archivmaterial eindeutig belegt Zwangsarbeit, Misshandlung und Missbrauch in nachkriegsdeutschen Heimen der alten Bundesländer !


Offener Brief, der weitestgehend im Internet und auch in den Printmedien veröffentlicht werden wird.


Ein Schreiben von Martin Mitchell aus Australien
Email: martinidegrossi@yahoo.com.au

Adelaide, South Australia, 22. September 2008


An:
Hans Bauer
Untersuchungsbeauftragter: »Gewalt und Unrecht in der Heimerziehung der 50er und 60er Jahre«
Diakonisches Werk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers e.V.
Diakonisches Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers e.V.
Ebhardtstr. 3 A, 30159 Hannover
Bundesrepublik Deutschland / Federal Republic of Germany
Email: geschaeftsstelle@diakonie-hannovers.de

Re: Damalige Heimerziehung Ende der 1940er Jahre und in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren im „Wirtschaftswunderland Westdeutschland“ und

Re: Weitverbreitete systematische Zwangsarbeit / Arbeitsausbeutung, Misshandlung und Missbrauch in Kinder-und-Jugenhilfe-Einrichtungen der Evangelischen Kirche in Deutschland / Diakonie / Innere Mission / Bethel ( im Nachkriegsdeutschland / Bundesrepublik / BRD )

Sehr geehrter Herr Hans Bauer.

Falls Sie es noch nicht entdeckt und gesehen haben, möchte ich Sie unbedingt auf diese, aus dem Jahre 2000 stammenden, detailierten Aufzeichnungen der Geschichte der evangelischen Heimerziehung im Marienstift in Braunschweig, Niedersachsen, aufmerksam machen ...

»Fürsorgearbeit im Marienstift« von Dr. Rosemarie Kamp aus der ev. Zeitschrift "Doppelpunkt" - Heft Nr. 3/2000 - Seite 48-54, wiedergegeben @ Artikel von Dr. Rosemarie Kamp in der ev. Zeitschrift Doppelpunkt

»Es ist aber davon auszugehen, dass die Fürsorgeerziehung [ FE ] im großen und ganzen [ nach 1945 ] so weiterlief wie bisher. Die Quellenlage ändert sich 1946. Die Vorstandsprotokolle, die vielen Eingaben und Berichte an Besatzungsbehörden und Jugendamt, die sich [ u.a. ] im Niedersächsischen Staatsarchiv befinden, ermöglichen ein deutlicheres Bild von den Sorgen der Leitung und dem Leben im Heim.«

»[ ... ] 2 Jahre Heimerziehung, dann bei Bewährung Zuweisung zu Bauern mit Dienst- und Erziehungsauftrag. Während der Heimerziehung im ersten Jahr grundsätzlich kein Urlaub, später bei Wohlverhalten. Unter gleichen Voraussetzungen [ im zweiten Jahr ] Besuch von Angehörigen einmal im Monat zugelassen. Zensur der Post. [ ... ] Praktische Tätigkeit in der Hauswirtschaft: Waschen, Plätten, Nähen, in guter Jahreszeit Garten- und Feldarbeit als Erziehung. [ ... ]«

»Das Marienstift ist ein geschlossenes Heim, die Unterkünfte bei der Wäscherei, da zu ebener Erde gelegen, mit Trailjen [d.h., Gittern / Rosten], [ ... ]«

»In diesem Bericht [ anscheinend Ende 1946 ] tritt die Besatzungsmacht als wohlwollende Instanz in Erscheinung. Sie konnte aber auch erhebliche Schwierigkeiten verursachen. So entdeckte einer der führenden Offiziere [ der britischen Besatzungsmacht ], dass den auf Grund der Ernährungslage wieder verstärkt in der Landwirtschaft arbeitenden Siloahmädchen [ d.h. in der heimeigenen Landwirtschaft oder beim Bauern arbeitenden Mädchen aus dem Marienstift ] kein Lohn ausgezahlt wurde, witterte darin eine deutsche Form von Sklavenarbeit und ordnete kurzerhand eine am allgemeinen Arbeitslohn orientierte Auszahlung an. Da damit nicht nur das pädagogische Konzept, sondern auch die Finanzierung der Fürsorgeerziehung [ FE ] in der Anstalt nachhaltig gefährdet war, gab es einen umfangreichen Schriftwechsel zwischen Marienstift, vergleichbaren Einrichtungen, dem Jugendamt und der Kommandantur mit einer wachsenden Erregung der jeweiligen Stellen, bis durch die routinemäßige Abberufung des Offiziers das Problem sich von selber löste

... und auf das was in diesen detailierten Aufzeichnungen berichtet wird und eindeutig daraus hervorgeht, was sich zweifellos auf vorhandenes extensives und verläßliches Archivmaterial stützt, und daher genau belegen läßt ( wenn man den Opfern selbst also keinen Glauben schenken möchte ), und was Sie, meines Erachtens, ebenfalls unbedingt in Ihren jetzigen Untersuchungen einbeziehen sollten.

Diese Untersuchungen mit denen Sie beauftragt sind und mit denen Sie gegenwärtig beschäftigt sind ( was Niedersachsen und die „Hannoversche evangelisch-lutherische Landeskirche“ betrifft – Untersuchungen die allerseits hoch zu befürworten sind ), dürften und sollten sich aber, meines Erachtens, weder nur auf Kinder-und-Jugendhilfe-Einrichtungen im Bereich der Evangelischen Kirche in Niedersachsen oder im Bereich der „Hannoverschen evangelisch-lutherischen Landeskirche“ und auf die schätzungsweise 50000 dortigen damaligen Opfer beschränken, noch dürften und sollten sie sich auf all solche damaligen Kinder-und-und-Jugendhilfe-Einrichtungen der Evangelischen Kirche in ganz Deutschland beschränken.

Auch die Katholische Kirche in Deutschland muß unbedingt dazu bewegt werden ohne weitere Verzögerung, flächendeckend was ganz Deutschland betrifft, Ihrem und dem Beispiel derHannoverschen evangelisch-lutherischen Landeskirchezu folgen. Denn es wird in den damaligen katholischen Kinder-und-Jugendhilfe-Einrichtungen nicht anders gewesen sein: Zwangsarbeit / Arbeitsausbeutung, Schulungs- und Ausbildungsentzug, Misshandlung und Schikane jeglicher Art und sexueller Missbrauch waren auch dort an der Tagesordnung, und wir die Betroffenen wissen, daß es so war !!! Landschaftsverbände und Landeswohlfahrtsverbände und Staatliche und Kommunale Behörden und Träger in deren damaligen Kinder-und-Jugendhilfe-Einrichtungen es auch nicht anders zuging, haben ja jetzt auch schon, ebenfalls, vereinzelt, ihre eigenen diesbetreffenden Untersuchungen begonnen, und das Bundesland Schleswig-Holstein ist dabei bei weitem allen voraus und am transparentesten. Nur die Katholische Kirche hinkt immer noch nach und behauptet weiterhin, allen Beweisen zuwider, es hätte sich in ihren damaligen Kinder-und-Jugendhilfe-Einrichtungen nur um „bedauerliche Einzelfälle“ gehandelt.

Ich bitte um eine Empfangsbestätigung Ihrerseits dieser meiner Hinweise an Sie und eine Andeutung wie man allerseits damit umgehen wird.

Mit freundlichen Grüßen aus Australien.

Martin Mitchell

Martin Mitchell, "Ehemaliges Heimkind" / "ex-Freistätter Fürsorgezögling",
beschäftigt sich eingehend mit der "Heimkindersache" schon seit Januar 2003.

Martin Mitchell, "Ehemaliges Heimkind" in einem evangelisch-lutherischen Zwangsarbeitslager im Moor - FREISTATT - im "Wirtschaftswunderland Westdeutschland" in den 1960er Jahren ( 28.07.1946 in West-Berlin geboren und seit März 1964 ansässig in Australien ).

Martin Mitchell, "Ehemaliges Heimkind", Betreiber seit dem 17. Juni 2003 der nichtkommerziellen, selbstfinanzierten, und ehrenamtlich von ihm selbst betriebenen Webseite Heimkinder-Ueberlebende.org @ www.heimkinder-ueberlebende.org / www.care-leavers-survivors.org


Unter anderem, die folgenden Medienberichte haben mich dazu veranlaßt Sie heute anzuschreiben:

Von Martin Mitchell ausgesuchte Kurzzitate aus verschiedenen deutschen Medienberichten der letzten paar Tage:

[ Netzzeitung ] »Diakonie gibt Misshandlung in Kinderheimen zu.« [ Frankfurter Rundschau ] »Diakonie: Gewalt als Erziehungskonzept.« [ Jesus.de ] »Schwere Misshandlungen in Kirchlichen Kinderheimen.« [ NDR / ARD ] »NDR: Zehntausende von Kindern in kirchlichen Heimen misshandelt. Studie zu Gewalt und Unrecht in den 50er und 60er Jahren – Landeskirche Hannover: [„]Zahlen spekulativ[“].«

[ epd ] »Der mit der historischen Erforschung der Vorfälle beauftragte Diakonie-Mitarbeiter Hans Bauer«

[ newsclick.de ] »langjährige Erziehungshilfe-Mitarbeiter Hans Bauer: Die Zahl der Opfer soll [ allein ] in Niedersachsen bei 50000 liegen.«

[ Netzzeitung ] »Hans Bauer, der im Auftrag des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers recherchierte. Die Anregung dazu hatte Landesbischöfin Margot Käßmann gegeben.«

[ Netzzeitung ]»Hannovers Landesbischöfin Margot Käßmann gab den Anstoß zu einer Dokumentation über die Missstände in niedersächsischen Heimen.«

[ newsclick.de ] »Peter Wensierskis Buch "Schläge im Namen des Herrn", das 2006 erschienen ist, gab den Anlass für das Projekt "Gewalt und Unrecht in der Heimerziehung der 50er und 60er Jahre" beim Diakonischen Werk Hannover. Hans Bauer soll mit seiner Dokumentation "Licht in die dunkle Geschichte" bringen, wie im aktuellen Jahresbericht der Diakonie nachzulesen ist.«

[ newsclick.de ] »Der NDR machte gestern [ 15.9.2008 ] erste Ergebnisse der Untersuchung öffentlich, die das Diakonische Werk Hannover in Auftrag gegeben hatte. "Wir sind daran interessiert, Missstände ans Licht zu holen", so deren Sprecher Johannes Neukirch.«

[ Netzzeitung ] »Diakoniedirektor Manfred Schwetje: „Es ist schwer zu schätzen, wie viele von Gewalt betroffen waren.“«

[ newsclick.de ] »Michael Strauß, Sprecher der [ evangelischen ] Landeskirche Braunschweig, reagierte bestürzt: "Das sind schlimme Vorwürfe." In unserer Region habe es im betreffenden Zeitraum nach seinen Angaben nur eine Handvoll Heime unter kirchlicher oder diakonischer Verantwortung gegeben. Ihm seien keine ähnlichen Vorwürfe gegen die [ evangelische ] Landeskirche Braunschweig bekannt. "Wir nehmen die aktuelle Entwicklung aber zum Anlass, nachzuforschen", so Strauß.«
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Re: Parlamentarische Untersuchung: damalige Heimerziehung in

Beitragvon KindesKind » 23.10.2012 22:54

Ehemaliges Heimkind hat geschrieben:„Schläge im Namen des Herrn“? Geschichte,
178 Funktion und Wandel der Heimerziehung
SW für HF (EW) – Mi 11.15 – wöchtl – KHS B 36 – Wolffersdorff, Christian


Die Lehrveranstaltung geht aus von einer aktuellen Veröffentlichung des Spiegel-Verlages. In ihr werden die Leiden von Menschen dargestellt, die in den 50er und 60er Jahren in westdeutschen Erziehungsheimen untergebracht waren (Peter Wensierski: "Schläge im Namen des Herrn: Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"). Vor diesem Hintergrund geht das Seminar der ebenso langen wie wechselvollen Geschichte der Heimerziehung nach. Dabei werden die pädagogischen Konzepte, die in den Heimen zur Anwendung kamen, in ihrem zeitgeschichtlichen Zusammenhang betrachtet. Die Modernisierung und Öffnung der Heimerziehung infolge der Reformdiskussionen zu einem neuen Kinder- und Jugendhilfegesetz (70er bis 90er Jahre) bildet einen weiteren Schwerpunkt des Seminars. Auch die in letzter Zeit wieder verstärkt diskutierte geschlossene Unterbringung in Heimen der Jugendhilfe und in jugendpsychiatrischen Einrichtungen wird dabei zur Sprache kommen.

Literatur:
P. Wensierski: Schläge im Namen des Herrn, München 2006; Colla u.a.: Handbuch der Heimerziehung und Pflegkinderwesen in Europa, Neuwied 1999; C.v.Wolffersdorff u.a.: Geschlossene Heime: Kapitulation der Jugendhilfe? 2. Aufl. München 1996; Rüth/Pankofer/Freisleder: Geschlossene Unterbringung im Spannungsfeld von Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendhilfe, München 2006; Witte/Sander: Erziehungsresistent? „Problemjugendliche“ als besondere Herausforderung für die Jugendhilfe, Baltmannsweiler 2006

Empfehlung von Martin Mitchell aus Australien (Ehemaliges Heimkind, Jahrgang 1946 - ging durch die Hölle in den 60er Jahren, u.a., in Freistatt im Wietingsmoor - eine Teilanstalt der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel), Betreiber (seit 17.06.2003) von Heimkinder-Ueberlebende.org @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org


Danke für das Posting. Ist das Seminar wöchentlich oder habe ich das falsch verstanden? Würde auch gerne an einem Seminar teilnehmen um mal live mitzuerleben, wie ein ehemaliges Heimkind seine Erlebnisse schildert und auch gerne einige Fragen stellen zur Situation früher. Ich bin in der Pflege tätig und werde bald eine Umschulung antreten und da bräuchte ich Informationen aus erster Hand.

LG
KindesKind
 
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Registriert: 23.10.2012 18:38


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