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Samstag, 15. Dezember 2018

Sprachlosigkeit im Alltag und ihre Ursachen

Bei Bert Brecht heißt es: "Gehen nach Orten, die durch Gehen nicht erreicht werden können, muss man sich abgewöhnen. Reden über Angelegenheiten, die durch Reden nicht entschieden werden können, muss man sich abgewöhnen. Denken über Probleme, die durch Denken nicht gelöst werden können, muss man sich abgewöhnen."
Für uns Menschen und unsere Ängste im sprachlichen Umgang miteinander heißt das: Reden über Angelegenheiten, die durch Reden entschieden werden können, ist sinnvoll. Und Denken über Probleme, die durch Denken gelöst werden können, ist notwendig. Reden wir also miteinander. Und denken wir gemeinsam nach...

Wir Menschen reden vermeintlich sehr viel zueinander und übereinander und doch reden wir nur sehr selten wirklich auch miteinander. Sprachlosigkeit im Alltag macht sich breit. Ehepaare sprechen durchschnittlich nur noch 7 Minuten am Tag miteinander und bei Geschäftspartnern wird die schnelle Kommunikation per Mail einem persönlichen Gespräch vorgezogen. Morgens sitzt man sich am Frühstückstisch schweigend gegenüber, jeder in ein Stück Tageszeitung vertieft. Auf dem Weg zur Arbeit sitzt man entweder alleine im Auto oder bedient sich in der U-Bahn der "Kopf-einziehen!-, Wie-Menschen-durch-andere-durchsehen-können!- und Ja-mit-niemandem-ins-Gespräch-kommen-Strategie". Im Büro ein kurzes Guten Morgen, private Gespräche sind nicht gern gesehen. Auf dem Nachhauseweg das gleiche Bild wie am Morgen. Und abends zu Hause wird es auch nicht wirklich besser. Nach einem ruhigen Abendessen, treffen sich die meisten Menschen gemeinsam vor dem Fernseher wieder. Schweigend wird bis 22:00 Uhr fern gesehen und sich dann mit einem Gute Nacht in die Nachtruhe verabschiedet. Bis das Spiel am nächsten Morgen von neuem beginnt.
Doch Sprachlosigkeit hat viele Ursachen. Die wichtigsten davon werden Sie im folgenden kennen lernen. Genauso aber auch entsprechende Strategien, um der Sprachlosigkeit im Alltag wirkungsvoll zu begegnen.

Soziale Verunsicherung

Menschen sind verunsichert!
Wir Menschen haben das Miteinander-Reden verlernt. Stattdessen schreibt man sich mal eben eine SMS oder eine E-Mail. Wunderbare Techniken, die unser Arbeitsleben erleichtern. Jedoch auch Techniken, die uns, was die zwischenmenschliche Kommunikation angeht, zu Steinzeit-Menschen macht. Soziale Verunsicherung macht sich breit. Und wenn nicht jeder, dann sehr viele von uns fragen sich:

  • Wie drücke ich mich im persönlichen Gespräch richtig aus?
  • Viele Menschen können nicht mehr richtig flirten – wie auch?
  • Wie sag ich´s meinem Kollegen?
Schließlich lernt man sich immer öfter in einem Chatroom kennen und ist enttäuscht, wenn das Gegenüber beim persönlichen Kennenlernen nicht hält, was er (oder sie) versprochen hat. Und je mehr Menschen in einem Home-Office arbeiten, umso mehr muss auch darauf geachtet werden, dass diese Neuerungen nicht zum menschlichen Notstand führen.

Direkter Kontakt

Wir Menschen sind nun einmal darauf angelegt, dass wir Kontakt zu anderen Menschen haben. Und zwar direkten Kontakt, der durch Händeschütteln oder einer Umarmung bei der Begrüßung genauso persönlich ist, wie durch einen intensiven Blickkontakt oder das lebhafte Gespräch. Hier lässt sich nicht immer alles kurz und bündig abhandeln. Hier ist ein (zwischen)menschlicher Umgang miteinander gefragt. Hier muss man sich auch einmal etwas Zeit nehmen und kann nicht immer überlegen, wie schreib ich nun möglichst kurz, was meine Meinung ist. Hier muss man seine Meinung mit Worten und einem gewissen rhetorischen Können vertreten, wohl wissend, dass der andere auch eine Meinung hat und diese, selbst wenn sie nicht mit unserer übereinstimmt, durchaus auch ihre Daseinsberechtigung haben kann.

Die Gesprächsfähigkeit nimmt in allen Bereichen immer weiter ab. Ob im beruflichen Umfeld oder im privaten Bereich. Bert Brecht brachte auch zum Ausdruck, wie wichtig das Miteinander-Sprechen für uns Menschen ist: "Wo das Gespräch verstummt, hört das Menschsein auf."

Menschen haben Stärken, wissen bloß oft nicht darum

Wenn Menschen nur wüssten, was wirklich in ihnen steckt!

  • Wissen Sie, was alles in Ihnen steckt?
  • Zu welchen außergewöhnlichen und positiven Taten Sie fähig sind?
  • Waren Sie schon einmal in einer Situation, in der Sie wirklich etwas geschafft haben, was Sie zuvor für unmöglich oder zumindest schwer realisierbar gehalten haben?
  • Was ist passiert?

Vielleicht konnten Sie einfach nicht anders. Wie unsere Vorfahren, denen Auge in Auge mit einem Angreifer nur Flucht oder Kampf blieben. Vielleicht fühlten Sie, als Sie sich der Situation stellten, plötzlich eine innere Kraft, die wuchs mit jedem Schritt, den Sie auf diesem Weg gingen. Sie haben Stärken! Stärken, die Sie ganz genau kennen, und genauso gut auch welche, die Ihnen nicht bekannt sind. Oft hilft ein Rückblick in die eigene Kindheit und die Schlüsselmomente, der eigenen Biographie, um die verschütt gegangenen Talente und Stärken wieder zu entdecken.
Vielleicht standen Sie schon als Kind immer im Mittelpunkt und haben die ganze Runde unterhalten. Oder Sie waren als Jugendlicher der Sprecher Ihrer Clique, der Anführer, der die anderen von so manchem Unsinn überzeugen konnte. Vielleicht können Sie sich selbst nicht mehr daran erinnern? Dann fragen Sie doch einfach mal Ihre Eltern oder Freunde, die Sie bereits seit Kindertagen kennen und zu denen Sie auch heute noch eine Beziehung haben. Sie können Ihnen sicher etwas über die Rollenverteilung erzählen. Daraus können Sie natürlich schließen, ob Sie vielleicht nur in Vergessenheit geratene Fähigkeiten im kommunikativen Bereich haben oder schon immer eher der waren, der wenig gesprochen, sich jedoch immer vehement für die Gerechtigkeit in der Gruppe eingesetzt hat. All dies sind wichtige Hinweise für Sie, wie Sie mit Gesprächssituationen umgehen können. Vergleichen Sie dieses Verhalten doch einfach mal:

  • Wie war das früher?
  • Was ist heute davon übrig geblieben?
  • In welche Richtung habe ich mich entwickelt und dazugelernt?

Von der Bestandsaufnahme zum Erfolg

Die meisten Menschen wollen erfolgreich sein – unabhängig davon, was der einzelne unter Erfolg versteht.

  • Wie definieren Sie Erfolg?
  • Ist es ein prall gefülltes Bankkonto?
  • Sind es drei Luxus-Autos in der Garage?
  • Oder ist es einfach das "traute Heim – Glück allein"?

Dass Sie (mehr) Erfolg haben wollen, zeigt sich schon, weil Sie diesen Artikel lesen und sich also weiter entwickeln wollen. Kein Mensch würde dies tun, wenn er nur faul auf dem Sofa herumliegen möchte und ansonsten keinen Antrieb verspürt, etwas in der Welt zu bewegen. Doch, wenn Sie (noch) erfolgreicher werden wollen, müssen Sie zunächst einmal wissen, was Sie wirklich gut können.

  • Was machen Sie gerne?
  • Woran hängt Ihr Herz?
  • Was können Sie besser als viele andere?

Im beruflichen Bereich schafft eine Bestandsaufnahme den besten Überblick – und zwar wirklich einmal im Detail. Schreiben Sie im ersten Schritt eine Art Lebenslauf:

  • Was bedeutet für Sie Ihre jetzige Tätigkeit/Position?
  • Was lieben Sie an Ihrem Job?
  • Was machen Sie weniger gerne?
  • Was war Ihr größter Erfolg?
  • Wofür sind/waren Sie verantwortlich?

Das machen Sie bitte für Ihre letzten drei Beschäftigungen. Falls Sie weniger haben, dann eben für weniger. Wenn Sie mehr haben, können Sie ruhig auch fünf Lebensstationen nachvollziehen. Ist eine Entwicklung feststellbar? Geht der Trend eher nach oben oder nach unten und woran liegt das Ihrer Meinung nach? Beschäftigen Sie sich einfach mal etwas mit Ihren Fähig- und Fertigkeiten, in fachlicher wie auch sozialer Hinsicht. Bilden Sie sich weiter? Sind Sie überhaupt in der für Sie und Ihre Werte, Vorstellungen und Visionen richtigen Branche, im richtigen Unternehmen, auf dem richtigen Platz tätig? Was können Sie dazu tun, dass sich dies ändert? Ob innerhalb des Unternehmens oder durch einen Wechsel. Wo werden Ihre besonderen Fähigkeiten gebraucht? Erst, wenn Sie wirklich wissen, was Sie wollen und können, und dann in diesem Bereich auch wirklich bereit sind, Ihr Herzblut zu geben, werden Sie nicht nur erfolgreich(er), Sie werden automatisch auch glücklich(er), weil Sie genau wissen, da, wo ich bin, bin ich an der richtigen Stelle, und das, was ich tue, ist für mich das Richtige. Und aus dieser Stärke heraus werden Sie auch ein anderes Auftreten, eine andere Form der Kommunikation haben.

Fazit

  1. Die soziale Verunsicherung hemmt den Kontakt zu anderen Menschen vor allem auf der kommunikativen Ebene.
  2. Die Gesprächsfähigkeit nimmt in allen Bereichen immer weiter ab.
  3. Im beruflichen Bereich schafft eine Bestandsaufnahme der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten den besten Überblick.
  4. Wer seine Stärken kennt, wird selbstbewusster (sich seiner selbst bewusster) und dadurch auch im Umgang mit anderen Menschen kommunikativer.
  5. Erst wenn Sie wissen, in welchen Bereichen Ihre Stärken liegen, werden Sie nicht nur erfolgreich(er), Sie werden automatisch auch glücklich(er) und Ihre Kommunikation dementsprechend qualitativ (er).

von Stéphane Etrillard, Management Institute SECS
albert.metzler@etrillard.com

 
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Letzte inhaltliche Änderung: 05.01.2005

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