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Montag, 10. Dezember 2018

Tiergestützte Pädagogik, Interaktion und Förderung mit Hund in der Kinder und Jugendarbeit

Mein Hund "Bruno" selbst brachte mich auf die Idee mit ihm in der tiergestützten Pädagogik zu arbeiten. Der Begriff des "Therapiehundes" war mir schon öfter in meiner Arbeit als Erzieherin untergekommen und hatte mein Interesse geweckt. Ich stellte mir die grundlegende Frage, ob mein Hund Bruno nicht auch zu so einem Therapiehund ausgebildet werden könnte bzw. ob er prinzipiell überhaupt für diese Art der Therapie geeignet wäre. Das Internet und zahlreiche Fachbücher halfen mir bei der Beantwortung meiner Fragen und verstärkten zusätzlich mein Interesse an der tiergestützten Interaktion und Pädagogik. So fasste ich letztendlich den Entschluss, professionell mit meinem Hund zu arbeiten, gezielt seine Stärken zu fördern und mit ihm im Team zusammenzuarbeiten.

Je tiefer und intensiver ich mich in die Materie der tiergestützten Interaktion einarbeitete, desto deutlicher wurde mir bewusst, dass das Geheimnis des Erfolges in der Symbiose zwischen Mensch und Tier liegt, sprich nur wenn Mensch und Hund zu einem Team verschmelzen, kann die Therapiearbeit erfolgreich sein. Theorie ist aber leider nicht gleich Praxis und so wurde mir bewusst, dass vor mir und meinem Hund noch ein langer und steiniger Weg liegen würde, bis die Theorie gleich der Praxis würde.
Im Laufe der Zeit kristallisierte sich heraus, dass mangelnde Kommunikation zwischen mir und meinem Hund eine, wenn nicht gar die Hauptbarriere schlecht hin in unserer gemeinsamen Arbeit war. Um diese beseitigen zu können, informierte ich mich mit Hilfe einschlägiger Literatur darüber, welche verschiedenen Kommunikationsmöglichkeiten hier zur Auswahl stünden. Aus den möglichen Kommunikationsmodellen entschied ich mich für die Variante, die den Blickkontakt als Kommunikationsmittel favorisierte.

Motivation zur tiergestützten Interaktion / Pädagogik

  • Definition Pädagogik:
    Pädagogik ist die traditionelle Bezeichnung für die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit Bildung und Erziehung befasst. Ihr kommt die Doppelrolle zu, sowohl Bildungs- und Erziehungszusammenhänge zu erforschen, als auch - als Handlungswissenschaft - darüber zu reflektieren, wie Bildungs- und Erziehungspraxis gestaltet und verbessert werden kann.
  • Tiergestützte Interaktion und Pädagogik in der Kinder und Jugendarbeit
    In der heutigen Zeit treffen und beschäftigen sich Kinder und Jugendliche nur noch relativ selten mit lebenden Tieren. Ihre Freizeit verbringen sie zumeist am PC oder vor dem Fernseher. Die wenigsten Kinder und Jugendlichen haben gelernt, für jemanden Verantwortung zu übernehmen. Hier setzt die tiergestützte Interaktion und Pädagogik an.
  • Definition tiergestützte Interaktion / Pädagogik
    Unter tiergestützter Interaktion / Pädagogik versteht man alle Maßnahmen, bei denen durch den gezielten Einsatz eines Tieres positive Auswirkungen auf das Erleben und Verhalten von Kindern und Jugendlichen erzielt werden sollen. Das gilt für körperliche wie für seelische Erkrankungen. Das Team Mensch - Tier fungiert hierbei als Einheit. Als Elemente werden dabei emotionale Nähe, Wärme und unbedingte Anerkennung durch das Tier angesehen. Zusätzlich werden auch verschiedenste Techniken aus den Bereichen der Kommunikation und Interaktion, der basalen Stimulation und der Lernpsychologie eingesetzt.
    In der tiergestützten Interaktion und Pädagogik versteht man alle Maßnahmen, bei denen mit dem gezielten Einsatz von Tieren positive Auswirkungen auf das Erleben und Verhalten von Kindern und Jugendlichen erzielt werden sollen. Das gilt für körperliche wie für seelische Erkrankungen.
    Tiergestützte Interaktion/Pädagogik ist ein Zusammenspiel zwischen Tier, Klient, Tierbesitzer und eventuell Therapeut.
    Tiergestützte Interaktion/Pädagogik bietet zudem die Möglichkeit, über den Hund als Vermittler mit dem Klienten in Verbindung zu treten. Der Hund steht dabei nicht im Vordergrund sondern dient als Mittel bzw. Medium für die angestrebte Kommunikation.
    Wichtig dabei ist es, den Kontakt zwischen Hund und Kind/Jugendlichem zu fördern, um dann dadurch mit ihnen eine gemeinsame grundlegende Basis zu schaffen.
    Der Hund ist in der tiergestützten Interaktion/Pädagogik ein "Arbeitsgerät" und sollte bzw. darf eigentlich nicht unbedingt im Vordergrund stehen.

Abschließende Gedanken

Der Hund in der tiergestützten Interaktion / Pädagogik ist Partner und Helfer. In seiner Einfachheit als eine Art "Eisbrecher" schafft er es, ohne viel zu tun, Kontakte zu knüpfen. Ein Hund wertet nicht und urteilt nicht nach Äußerlichkeiten.

Genauso spiegelt der Hund unverfälscht und wertfrei die Gemütsverfassung der Menschen um ihn herum in seinem Verhalten wieder. Beobachtet der Mensch den Hund in seiner Ganzheit, erkennt er sehr schnell eigene menschliche Stärken aber auch Schwächen. Der Einfluss eines Hundes wirkt sich positiv auf die Gesamtbefindlichkeit eines Menschens aus und fördert die Optimierung vorhandener Ressourcen.

Der Hund als begleitender Akteur oder gar als Hauptakteur in der pädagogischen Arbeit stellt eine große Bereicherung für eine wirkungsvolle Arbeit dar und hilft so manches zu erleichtern. Trotzdem muss die Arbeit mit dem Kind oder dem Jugendlichen immer im Vordergrund stehen, der Hund ist dabei lediglich ein "geeignetes" Hilfsmittel.Eine Überbewertung bzw. Überlastung des Tieres darf niemals passieren. Manchmal ist weniger mehr, und die kleinen versteckten Erfolge sind häufig wesentlich effektiver und wirksamer in ihrer Gesamtzahl als ein großer Erfolg, der nicht von langer Dauer ist..Leider ist seit einiger Zeit ein wahrer Boom in Sachen Therapiehunde, Besuchstiere, tiergestützte Therapie zu beobachten. Jeder Hundebesitzer muss für sich selber entscheiden, ob er nur einer Modeerscheinung nachhetzen möchte und er sich von dem allgemeinen Strom mitreißen lassen will, oder ob er es aus Überzeugung und Liebe zum Tier und Menschen macht. .Ich glaube, dass nur das selbstkritische Hinterfragen der Arbeit mit Tieren an sich dazu führen kann, dass jeder Einsatz fachlich fundiert durchgeführt wird und somit auch erfolgreich sein kann. Nur wer offen für Kritik, bereit zur Weiterbildung und flexibel in seinem Handeln bleibt, kann eine ganzheitliche tiergestützte Interaktion / Pädagogik wirklich leisten.

Der Artikel wurde uns zur Verfügung gestellt von:
Angelika Weiser

(ab)

 
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Adresse: http://www.erzieherin-online.de/medien/artikel/fachartikel/tiergestuetzt.php
Letzte inhaltliche Änderung: 25.04.2008

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