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Mittwoch, 20. Juni 2018

Spielpädagogik

Spielen ist für Kinder mehr als nur ein Zeitvertreib. Es ist die elementare Form des Lernens und ermöglicht es Kindern ihre Umwelt und ihre individuelle Entwicklung zu begreifen. Sie entwickeln im Spiel ihre sozialen, physischen und psychischen Fähigkeiten, ihr Selbstvertrauen und ihre Identität. Im Spiel messen Kinder ihre Kräfte und lernen sich und andere einzuschätzen. Sie finden spielerisch ihren Platz in der Gruppe, ihrer Umgebung, in der Gesellschaft.
Sie wollen die Welt begreifen und Wissen erwerben. Kinder lernen im Spiel "spielend" selbst komplexe Zusammenhänge, wenn ihnen Zeit und Gelegenheit dazu gegeben wird.
Und: Je mehr Spaß das Spielen macht, umso intensiver prägt sich das Gelernte ein.

Spielen kann bei den Kindern vieles fördern:

  • Soziales Verhalten
  • Rücksichtnahme
  • Durchsetzungsvermögen
  • "Anführen" und "Unterordnen"
  • Wahrnehmung
  • Geschicklichkeit
  • Ausdrucksfähigkeit
  • Sprache
  • Phantasie
  • Kreativität
  • Bewegung
  • Gesang
  • Abgrenzen und Grenzen akzeptieren
  • ...
Spielen ist also eine Möglichkeit der ganzheitlichen Füörderung.

Heute ist es für viele Kinder schwierig selbst Erfahrungen zu machen. Durch veränderte Wohnsituationen und gravierende Einschränkungen der Spielmöglichkeiten in ihrer direkten Umgebung, sind Kinder auf Erfahrungen aus der "Konserve" - sprich aus Fernsehen, Computer oder Büchern - angewiesen. Gerade im städtischen Umfeld haben viele Kinder meist nur wenig Gelegenheiten für freies Spielen. Klettern auf einem Klettergerüst kann das "Erobern" eines Baumes nicht ersetzen. Doch welche Chance haben Kinder sich und ihre Fähigkeiten unter solchen Bedingungen einzuschätzen? Ist dies ein Grund für die zunehmende Gewalt untereinander? Bleibt den Kindern nur diese Möglichkeit des Kräftemessens?
Vor allem Kinder die wenig oder keine Spielräume in ihrer Wohnumgebung haben, neigen zur Verhäuslichung (vgl. Blinkert, 2000). Ist die nähere Umgebung gefährlich, können Spielkameraden nicht aus eigener Kraft besucht werden, sind Spielplätze fest vorgegeben und bieten keine Chance der Mitgestaltung und Veränderung, bleibt Kindern oft nichts anderes übrig als zu Hause zu bleiben. Dies ist eine Ursache dafür, dass viele Kinder unter Bewegungsmangel leiden.
Kinder bauen durch Toben, Rennen, Schreien usw. Spannungen ab, bringen Freude und Wut zum Ausdruck und befriedigen ihre Neugier im freien Spiel. Doch wo gibt es für unsere Kinder heute noch Raum dafür? Die mangelnden Möglichkeiten der Kinder die auf sie einströmenden Reize zu verarbeiten führen zu Streß. Immer mehr Kinder leiden unter psychosomatischen Erkrankungen.

Viele Kinder verbringen einige Zeit des Tages in Institutionen wie Kindergärten, Schulen, Horten und anderen Freizeiteinrichtungen. Es bleibt ihnen so einerseits weniger Zeit für freies, nicht von Erwachsenen angeleitetes und beobachtetes Spiel. Andererseits stellt dies die pädagogischen Fachkräfte dieser Einrichtungen vor neue Aufgaben.
Die Einrichtungen müssen den Kindern Freiräume geben, Rückzugsmöglichkeiten, die Chance sich auszuprobieren und auch erwachsenenfreie Spielmöglichkeiten. Natürlich muss alles im Rahmen der Aufsichtsplicht bleiben. Aber können wir uns hinter ihr verstecken und ihr das überall viel beschworene Wohl des Kindes opfern? Vielmehr müssen wir meiner Meinung nach eine Gratwanderung zwischen Freiheit und Aufsicht wagen.
Wir sind heute mehr denn je gefragt für ausreichende Bewegung zu sorgen und den Kindern Sinneserfahrungen zu ermöglichen, die sie in ihrem häuslichen Umfeld vielfach nicht machen können. Diese sind jedoch für die motorische, kognitive, soziale und psychische Entwicklung von immenser Bedeutung.

Anna Bordeaux
anna@erzieherin-online.de

(ab)

 
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Adresse: http://www.erzieherin-online.de/medien/spiele/spielpaedagogik.php
Letzte inhaltliche Änderung: 01.09.2005

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